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Steinbergen: Zucker für die neue Kreuzung

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In Steinbergen wird wieder betoniert. Ein großer Betonfertiger bewegt sich Zentimeter für Zentimeter seit den frühen Morgenstunden des Donnerstags vom Bahnübergang in Richtung Kreuzung. Zeitlich abgestimmt treffen LKW an der Baustelle ein und fahren rückwärts an die Maschine heran, von wo ein Mitarbeiter der Baufirma BT Beton-Technik mit einem Bagger den Spezialbeton entnimmt und vor den Fertiger kippt.

20 LKW-Ladungen Beton wurden am Donnerstag verarbeitet

Zu Beginn der Bauphase „3a“ an der Steinberger Kreuzung kommt statt des Generalunternehmers Oevermann, die ihr Personal derzeit an einer anderen Baustelle gebunden hat, kurzzeitig eine andere Baufirma zum Einsatz. Die Mitarbeiter des in Rehburg-Loccum ansässigen Unternehmens BT Betontechnik waren samt Gleitschalungsfertiger auf dem Weg zu einer Autobahnbaustelle auf der A1 und wurden von der Firma Oevermann als Sub-Unternehmer engagiert, um das 140 Meter lange Fahrbahnstück mit der großen Maschine zu betonieren. „Wir sind mit unserer Firma weltweit unterwegs, von Oslo bis Kasachstan – und heute in Steinbergen“, erklärt der Geschäftsführer Mirko Pokrajcic beim Besuch auf der Baustelle.

Der Frischbeton wird mittels Bagger in Position gebracht. Der Gleitschalungsfertiger (links) verdichtet und zieht die Masse ab.

Der Beton braucht „Zucker“

20 LKW-Ladungen (das entspricht etwa 160 Kubikmeter) Beton „aus der Region“ (Nienstädt) verarbeiteten die Mitarbeiter am Donnerstag in Steinbergen, erklärt BT-Bauleiter Holger Hofschlag. Sieben eingebaute Rüttler verdichten die Betonmasse, ein oszillierender Metallbalken zieht die Oberfläche glatt. Mitarbeiter entfernen überstehende Betonmasse von Hand, ziehen die Ränder glatt. Kurz darauf besprüht ein Mitarbeiter der auf Nachbehandlungsarbeiten spezialisierten Firma OAT (Otto Alte Teigeler) die feuchte Fahrbahnoberfläche mit einer weißen Mischung aus Wasser, einer Zucker-Art und Wachs. Moment, Zucker? „Durch diese Mischung wird das Abbinden der Betonoberfläche verzögert“, erläutert Hofschlag die Maßnahme. Nach einigen Stunden muss die Oberfläche mit einer großen, sich drehenden Metallbürste abgeschrubbt werden (siehe HIER) um den Splitt freizulegen und die Griffigkeit des Fahrbahnbelags herzustellen. Typisch für Waschbeton eben.

Auf den frischen Beton wird eine Mischung aus Wasser, Zucker und Wachs gesprüht.

Es gibt noch andere Methoden, die Beton-Oberfläche aufzurauhen, berichtet Bauleiter Hofschlag. Dazu gehört das Bearbeiten mit einem Metallbesen (Besenstrich-Verfahren), das „Grinding“ (ein Rillenschnitt in Fahrtrichtung) oder die „Kunstrasen“-Methode, bei der eine umgedrehte Kunstrasenmatte über den Beton gezogen wird. „Neben der besseren Haftung sorgt die Behandlung übrigens auch für eine Geräuschreduktion um minus 2 dB(A)“, so Hofschlag und relativiert im gleichen Atemzug, „die Auswirkungen merkt man aber erst ab einer Geschwindigkeit von 80 km/h.“

Balken in Bewegung: Mittels beweglicher Vorrichtung wird die Betonoberfläche glattgezogen.

Als nächstes folgt das Schneiden und Verfüllen der Fugen nach einem festgelegten Muster. Damit werden willkürliche Risse in der Fahrbahnoberfläche verhindert. Die Übergänge an den Schienen und einige kleinere Bereiche werden nicht mit dem Betonfertiger ausgeführt, sondern klassisch von Hand. Im Gegensatz zu einem Asphaltfertiger kann man diese Maschine nicht flexibel während des Betriebs auf verschiedene Breiten einstellen, so der Bauleiter. Auf Höhe der Bushaltestelle muss die Kolonne ein Teilstück von 3,5 Meter Länge überspringen. Mitarbeiter legen Plastikfolie auf das Untergrundvlies. Hofschlag dazu: „Hier wurde das Teilstück 30 Zentimeter breiter geplant und kann nicht vom Fertiger, der auf 4,50 Meter Breite eingestellt ist, bearbeitet werden, das machen wir später von Hand.“

Die Metallbewehrung liegt bereits an den vorgegebenen Stellen. Darunter zu sehen: Das Trennvlies, ähnlich einer Trittschalldämmung.

Bauphase 3b startet Ende November

Wie Markus Brockmann, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, mitteilt, ist die Umlegung des Verkehrs für die anschließende Bauphase „3b“ zum Ende der 47., bzw. Anfang der 48. Kalenderwoche geplant. Dann reißt Firma Oevermann den noch verbliebenen Asphalt von der Fahrbahn und beginnt mit der Vorbereitung für die letzten Tonnen Betonfahrbahn. Der Verkehr wird dann zweispurig von der B 238 auf die B 83 geführt. Fürs Abbiegen von Rinteln in Richtung Autobahn und umgekehrt sind getrennte Fahrstreifen vorgesehen. Der Verkehr von der B 83 biegt ausschließlich nach rechts auf die B238 in Richtung Rinteln ab, eine Durchfahrt in Richtung Westendorf ist nicht möglich. Verkehrsteilnehmer aus Richtung Hameln können dann geradeaus in Richtung A2 fahren oder links auf die B 238 nach Rinteln abbiegen. Eine Ampelanlage regelt den Verkehr in zwei Phasen, Fußgänger erhalten auf Anforderung „grün“. Die L 442 (Arensburger Straße) in Richtung Obernkirchen bleibt gesperrt.

Wer haftet für die Verzögerung?

Und wie liegen die Arbeiten im Zeitplan? Brockmann erklärt, das Ziel sei es, den Verkehr in diesem Jahr wieder normal über die Ampel regeln zu können: „Die wesentlichen Arbeiten sollen noch vor Weihnachten fertiggestellt werden. Zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel wird gearbeitet, um die Fugen zu schneiden und zu verfüllen. Anfang Januar werden nur noch Restarbeiten ausgeführt.“ Ursprünglich war das Ende der Bauarbeiten für den 30.11.2017 vorgesehen, werden jetzt Vertragsstrafen aufgrund der späteren Fertigstellung fällig? „Wir werden am Ende feststellen, für wie viele Tage Verspätung der Auftragnehmer verantwortlich ist“, erklärt Brockmann, „die Ermittlung ist aufwendig, jede Ablaufstörung muss im Hinblick auf den Verursacher und die konkrete Auswirkung auf die Bauzeit einzeln bewertet werden. Extreme Wetterereignisse wie der Starkregen oder Sturm führen zu Arbeitsunterbrechungen, können aber nicht der Baufirma angelastet werden.“

Trotz der drohenden Vertragsstrafen habe man eine sehr gute und kooperative Zusammenarbeit mit der Baufirma, ergänzt der Behördenleiter, man arbeite daran, schnell fertig zu werden. Es gebe keinen Grund für Vorwürfe, die vereinbarte Vertragsstrafe habe ihren Zweck schon deshalb erfüllt, da sie dazu führe, dass zügig gearbeitet werde.

Apropos Wetter: Die derzeitigen Bedingungen sind laut Hofschlag ideal für Betonarbeiten. Es sei nicht zu warm und es herrsche ausreichende Luftfeuchtigkeit, so dass der Beton genug Zeit zum Abbinden habe. Die angelieferte Masse hat eine Temperatur von rund 13 Grad, somit bleibt genug Zeit und Reserve, falls die Temperaturen weiter fallen sollten. Und falls doch, ziehen die Betonprofis ihren „Joker“. Dann wird die frische Masse abgedeckt oder gleich vorgewärmt angeliefert. Nur bei gefrorenem Boden oder Umgebungstemperaturen von dauerhaft unter fünf Grad geht nichts mehr. Da bestehe die Gefahr, dass der Beton unkontrolliert und nur teilweise aushärte, so der Bauleiter, unberechenbare Spätschäden wären die Folge.

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