(Rinteln) Wie viele andere Einzelhandelsgeschäfte in der Weserstadt war auch Photo Struck aufgrund des ersten Corona-Shutdowns im Frühjahr diesen Jahres geschlossen. Seine Eindrücke und Erlebnisse in Sachen „Corona-Soforthilfe“ hat Inhaber Markus Struck detailliert bei Facebook niedergeschrieben und dafür viel Zuspruch und Zustimmung erhalten.
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Jetzt musste Photo Struck erneut vorübergehend schließen. Ins Laufen kam die „Corona-Maschinerie“, wie Struck die Situation umschreibt, am vergangenen Donnerstag: „Und bei uns begannen die schlaflosen Nächte.“
Alles begann damit, dass die Namen vom Ehepaar Struck auf der Kontaktliste einer positiv auf Corona getesteten Person aufgetaucht waren. Das Gesundheitsamt hat beide am 26. November kontaktiert und sie bis zum 9. Dezember unter Quarantäne gesetzt. „Es handelte sich nicht um einen Kunden, sondern um einen Kontakt aus dem privaten Bereich“, betont Markus Struck. Das Geschäft konnten sie somit nicht weiterführen. Den Test führte die ganze Familie bereits am folgenden Freitagnachmittag durch. Das Team vom DRK sei sehr nett gewesen, erinnert er sich. Wartezeiten habe es nicht gegeben. „Wir bekamen noch einen Zettel mit einem QR-Code, den wir mit der Corona-App scannen können, um das Ergebnis möglichst schnell auf unsere Smartphones zu bekommen. Uns wurde gesagt, dass wir innerhalb 24 Stunden mit dem Ergebnis rechnen können“, so Struck weiter.
Doch am Smartphone tat sich nichts. Weder nach 24 Stunden, noch 48 Stunden später. Wahrscheinlich bedingt durch das Wochenende habe man auch beim Gesundheitsamt niemanden erreichen können, vermutet der Fotograf und Einzelhändler aus Rinteln.

Keines der Familienmitglieder zeigte Symptome einer Corona-Infektion. Daher rechneten alle mit negativen Testergebnissen, „aber Ungewissheit blieb natürlich“. Auch am Montag tat sich in der Corona-Warn-App – nichts. Jedoch drang Struck telefonisch zum Gesundheitsamt durch. Dort verwies man ans DRK, um das Ergebnis zu erfragen. Es folgte die Gewissheit und Erleichterung: Alle Tests waren negativ. „Diese Hängepartie wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht“, umschreibt Markus Struck seinen Gefühlszustand. Voller Euphorie und Vorfreude auf eine Aufhebung der Quarantäne erkundigte er sich erneut beim Gesundheitsamt: „Ich möchte ja auch mein Geschäft wieder öffnen, um meinen Kunden ihre Weihnachtswünsche zu erfüllen und meiner Familie ein finanzielles Überleben zu sichern.“ Dann folgte die Ernüchterung. Trotz negativer Testergebnisse wird die Quarantäne zum 9. Dezember aufrechterhalten. Er könne zwar auf eigene Kosten einen erneuten Test durchführen lassen, teilte man ihm mit. Doch eine Zusicherung, dass die Quarantänemaßnahmen beim zweiten negativen Testergebnis aufgehoben würden, gab es laut Struck nicht. Zumal überhaupt nicht sicher sei, ob überhaupt so kurzfristig ein Testtermin verfügbar ist und die Ergebnisse vor dem 9. Dezember ankämen.
„Ich frage mich gerade mal, wie das in der Fußball-Bundesliga läuft? Da werden die Spieler getestet, machen Ihre Spiele, fahren ins nächste Land oder in die nächste Stadt, es wird getestet und es geht munter weiter. Wird zwischendurch ein Spieler positiv getestet, spielen die anderen weiter. Es wird ja immer getestet“, schreibt Struck und ärgert sich über die Ungleichbehandlung, „wir als normal sterbliche bleiben nach einem negativen Test weiter in Quarantäne.“ Für ihn steht dabei außer Frage, dass Sicherheitskriterien eingehalten werden müssen, „dann aber auch bitte bei allen“.
Struck hofft jetzt zusammen mit seiner Familie, ab dem 10. Dezember noch etwas vom Weihnachtsgeschäft mitzubekommen und verspricht: „Wir werden auf jeden Fall Gas geben und versuchen, die Weihnachtsfotowünsche unserer Kunden zu erfüllen.“ Dies soll notfalls auch in Nachtschichten geschehen.