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Umbau zum Hochwasserschutz der Rintelner Kläranlage startet

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(Rinteln) Im Jahr 2026 bekommt die Rintelner Kläranlage einen verstärkten Hochwasserschutz.

Der Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln hat dafür jetzt den ersten Bauabschnitt eingeläutet und informiert in einer Pressemitteilung über das Projekt. Ziel ist es, den etwa 950 Meter langen Ringwall um 60 bis 80 Zentimeter auf eine Höhe von bis zu 2,55 Metern aufzustocken. Die Erhöhung ist laut Abwasserbetrieb entscheidend für den Schutz der Kläranlage vor dem Hintergrund zunehmender Starkregen- und Hochwasserereignisse. „Die Kläranlage gehört zur kritischen Infrastruktur. Es ist deshalb entscheidend, dass wir den Betrieb auch in Extremsituationen sicherstellen können“, so Grit Seemann, Leiterin des Abwasserbetriebs der Stadt Rinteln.

Der 60 Jahre alte Schutzwall um die Kläranlage wird verstärkt, um den Betrieb auch unter Hochwasserbedingungen aufrecht erhalten zu können. (Archivfoto vom „Weihnachtshochwasser 2023“)

Rodungsarbeiten starten

Ab dem 1. Oktober entfernen die Schaumburger Baum- und Umweltdienste Drinkuth aus Bückeburg im Zuge des ersten Bauabschnitts zunächst den Busch- und Baumbewuchs auf der 60 Jahre alten Verwallung. Damit bereitet die Fachfirma den Erdwall für die im ersten Halbjahr 2026 anstehenden baulichen Maßnahmen vor. „Um den Wall wie geplant stabilisieren und erhöhen zu können, müssen wir ihn vollständig freilegen. Stand heute ist er aufgrund des Pflanzenbewuchses kaum zugänglich,“ erklärt Seemann.

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Damm bleibt baumfrei

Das Entfernen des Baum- und Buschbestands sei aber nicht nur für die Bauarbeiten relevant. Zukünftig stelle es zudem sicher, dass der Damm auch auf lange Sicht robust bleibe und die Kläranlage zuverlässig schütze. Die Expertin führt aus: „Auf dem Damm wurzelnde Bäume und Büsche können bei Regen und Wind abknicken oder entwurzelt werden und diesen dadurch beschädigen. Das Freischneiden ist damit ein wesentlicher Sicherheitsaspekt, weshalb der Damm zukünftig unbepflanzt bleiben wird.“ Einschränkungen für den Verkehr entstehen durch die Fällarbeiten nicht, auch der Betrieb der Abfallwirtschaftsgesellschaft Landkreis Schaumburg (AWS) neben der Kläranlage läuft uneingeschränkt weiter.

Dichter Baumbewuchs auf dem Schutzwall.

Ersatzpflanzungen erfolgen parallel

In den kommenden Wochen schneidet die Fachfirma zunächst den niedrigen Bewuchs aus Büschen, Mitte Oktober folgen dann Baumfällarbeiten. Das Wurzelwerk wird erst im Zuge der eigentlichen Bauarbeiten im Jahr 2026 entfernt. Zeitgleich zu den Fällarbeiten kümmert sich der Abwasserbetrieb gemäß der naturschutzrechtlichen Auflagen um Ersatzpflanzungen in unmittelbarer Nähe der Kläranlage. „Die Wiederaufforstung an anderer Stelle ist für uns nicht nur eine behördliche Vorgabe, sondern eine Herzensangelegenheit. Wir ersetzen jeden gefällten Baum durch einen neuen“, sagt Grit Seemann.

Beginnen wird der Abwasserbetrieb mit der Aufforstung südöstlich der Kläranlage auf einer unmittelbar angrenzenden freien Fläche. Der Wall bleibt dort in seiner jetzigen Form bestehen. Die an dieser Stelle gewachsenen Bäume können deshalb so beibehalten und um die neuen Bäume ergänzt werden, ohne die nachfolgenden Bautätigkeiten einzuschränken. Zukünftig ersetzt ein neuer Wall, der den aktualisierten Anforderungen entspricht, den alten Abschnitt des Walls im Schutzkonzept. Er wird auf dem Gelände der Kläranlage innerhalb des Ringwalls realisiert. Sind die Bauarbeiten im kommenden Jahr abgeschlossen, folgt die restliche Ersatzbepflanzung auf der Grünfläche unmittelbar außerhalb des stabilisierten Ringwalls.

Investition in die Betriebssicherheit

Würde die Kläranlage überschwemmt, könne es dazu kommen, dass die dortigen Maschinen im Wert mehrerer Millionen Euro zerstört würden und der Betrieb der Kläranlage über Monate hinweg ausfällt. Als Folge könnte die Abwasserentsorgung für die Bürger in Rinteln nicht länger gewährleisten. Das in Rinteln anfallende Abwasser könnte in diesem Fall nicht mehr über das Kanalsystem abgeführt werden und würde sich in der Stadt aufstauen. Erschwerend käme hinzu, dass sich Fäkalschlamm mit den Wassermassen auch im Umland ausbreiten würde. „Eine ernstzunehmende Gefahr für die Umwelt und Trinkwasserressourcen“, betont Grit Seemann.

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Umbau startet mit großer Verspätung

Damit es so weit nicht kommt, hat der Rat der Stadt Rinteln den Plänen des Abwasserbetriebs zur Prävention eines solchen Ereignisses am 31. August 2023 nach reichlich Diskussionen in den politischen Gremien zugestimmt. Aufgrund von Verzögerungen bei der Gutachtenerstellung und dem Umstand, dass Rodungsarbeiten aus naturschutzrechtlicher Sicht jeweils nur von Oktober bis Februar umgesetzt werden dürfen, startet der Bau ein Jahr später als ursprünglich geplant. Insgesamt investiert der Abwasserbetrieb mit der Maßnahme eigenen Angaben zufolge knapp 1,2 Millionen Euro in die Betriebssicherheit der Kläranlage.

(pr/Archivfotos)

Mehr zum Thema:

Deich-Diskussion: So stimmte der Rat über die geplante Erhöhung des Erdwalls ab

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