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Umfrage zum Thema Sterben: Hospizverein Rinteln zieht Bilanz

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„Wenn ich an mein eigenes Sterben denke, was ist mir wichtig?“ – Diese Frage stellte der Hospizverein Rinteln bei der Pflege-und Gesundheitsmesse und im Mehrgenerationenhäuschen auf dem Rintelner Adventszauber. Es standen neun Antwortmöglichkeiten zur Auswahl:

Im Mehrgenerationenhäuschen oder, wie hier zu sehen, auf der Gesundheits- und Pflegemesse, konnten Besucher ihre wichtigsten Antworten auf die Frage nach dem Sterben beantworten.

1) ein schneller, plötzlicher Tod
2) ein bewusstes Sterben und Zeit zum Abschied nehmen
3) zuhause – in vertrauter Umgebung sein
4) im Krankenhaus betreut zu sein
5) Einsatz aller medizinischen Mittel zur Lebensverlängerung
6) so wenig Schmerzen wie möglich
7) Nähe von Angehörigen und Freunden
8) Menschen, die mir die Wahrheit über meinen Zustand nicht verheimlichen
9) dahindämmern ohne klares Wissen über das was kommt

Die Besucher ließen sich gerne einladen über diese neun Möglichkeiten nachzudenken. Sie hatten die Aufgabe, die drei für sie persönlich wichtigsten Antworten auszuwählen und in Form von Nüssen den entsprechenden Säulen zuzuordnen. „Das Interesse war sehr groß, es haben sich viele tiefgreifende Gespräche ergeben,“ berichtet Ingeborg Schumer, Vorsitzende des Hospizvereins, „insgesamt haben bei beiden Veranstaltungen zusammen 298 Personen an der Umfrage teilgenommen. Vor zehn Jahren haben wir diese Umfrage schon einmal gemacht. Unser Anliegen war es nun herauszufinden, ob sich in der Bevölkerung etwas verändert hat.“

Die Antworten der Jahre 2007 und 2017 in Prozent, jeweils den Fragen 1 bis 9 zugeordnet in aufsteigender Reihenfolge:

2007 – 18%, 11%, 18%, 1%, 1%, 23%, 15%, 12%, 1%
2017 – 18%, 12%, 15%, 2%, 1%, 25%, 16%, 10%, 1%

Die Vorsitzende zieht Bilanz: „Es ergeben sich keine großen Unterschiede in den zehn Jahren. Viele Menschen wünschen sich einen plötzlichen Tod (Antwort 1). Dies erreichen statistisch aber nur drei Prozent. Bei weiterem Betrachten erkennt man, dass sich die meisten Menschen für ihren letzten Lebensweg Zeit für bewusstes Abschied nehmen (2), eine vertraute Umgebung (3), Schmerzfreiheit (6), Betreuung durch Angehörige und Freunde (7) wünschen und die Wahrheit über ihren Zustand erfahren möchten (8). Genau diese Punkte werden von der Hospizbewegung unterstützt und gefördert. Das motiviert uns, auch weiterhin für unsere Bevölkerung mit unseren Angeboten zur Verfügung zu stehen.“

Ingeborg Schumer, Vorsitzende des Hospizvereins Rinteln.

Auch der Rintelner Hospizverein ist jederzeit Ansprechpartner für Schwerkranke und ihre Angehörigen und alle, die sich mit den Themen Sterben, Tod und Trauer beschäftigen und vielleicht einfach Fragen dazu haben. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind auf diese Themen gut vorbereitet und fortgebildet.
Bei Fragen oder Wunsch nach Begleitung sind die Koordinatorinnen telefonisch über die Nummer 0178 1654 75 01 erreichbar.

Der Hospizverein informierte auch auf dem Rintelner Adventszauber über seine Arbeit. (Foto: privat)

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