(Rinteln) Der Sommer steht vor der Tür, doch für viele Kinder bleiben Schwimmbäder ein unsicheres Terrain.
Die Zahl der Nichtschwimmer im Grundschulalter steigt dramatisch, da oft der entscheidende erste Schritt unterschätzt wird: die spielerische Wassergewöhnung im Kindergarten. Doch warum ist diese Phase eigentlich so wichtig?
Viele Eltern erwarten, dass ihr Kind mit fünf oder sechs Jahren einen Schwimmkurs besucht und nach wenigen Wochen sicher das Seepferdchen ablegt. Das scheitert jedoch oft an einer fehlenden Basis. Bevor ein Kind komplexe Bewegungsabläufe wie den Brustbeinschlag koordinieren kann, muss es sich im nassen Element überhaupt erst zu Hause fühlen.
Wassergewöhnung bedeutet nicht, sofort Bahnen zu ziehen, sondern die physikalischen Eigenschaften des Wassers spielerisch zu erfahren. Kinder lernen dabei, wie sich der Auftrieb anfühlt, wie der Widerstand die Bewegung bremst und wie man das Gesicht ohne Panik unter Wasser taucht. Diese sensorischen und motorischen Erfahrungen nehmen die Urangst vor dem Wasser und verwandeln sie in Respekt und Vertrauen. Fehlt diese Phase, blockiert die Angst später jeden Lernfortschritt im eigentlichen Schwimmkurs. Das Problem wird durch den Mangel an Hallenbadflächen verschärft, was es Familien erschwert, diesen Schritt privat zu gehen.
Genau hier greift die Bürgerstiftung Schaumburg mit einem echten Leuchtturmprojekt ein. „Wir wollen, dass die Kinder möglichst sicher mit dem Element Wasser umgehen können!“, betont Thomas Priemer von der Stiftung. Für ein so großes Vorhaben braucht es starke Partner: Die DLRG-Ortsgruppen Rolfshagen und Rinteln sichern die fachliche Umsetzung, während die Sparkasse Schaumburg das Projekt bereits seit vier Jahren finanziell trägt und Chiara Neumann auch weiterhin Unterstützung zusichert.
Als neuer Sponsor ist zudem die BKK 24 an Bord, die laut Dennis Busche besonders den gesundheitspräventiven Wert von Bewegung im Fokus hat. Neben der Finanzierung lebt das Projekt vom enormen Engagement in den Kitas, die diese zusätzliche Aufgabe im Alltag stemmen: Im Raum Rinteln und im Auetal machen bereits 14 von 17 Einrichtungen mit.
Mareen Fennert von der Stadt Rinteln und Bürgermeisterin Andrea Lange zeigen sich begeistert über diesen Rückhalt. Die Stadt wird zudem von der Lebenshilfe Rinteln mit einem Fahrdienst unterstützt; weitere ehrenamtliche Helfer können sich jederzeit in der Verwaltung melden. Wie essenziell diese Arbeit ist, unterstreicht Andrea Stüdemann vom Landkreis Schaumburg: Es handele sich um ein Vorzeige-Präventionsprojekt für Überlebenssicherheit, das in der Entwicklung noch vor dem Radfahren ansetzen müsse.
(Text & Fotos: ot)



























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