(Landkreis) Die Volksbank in Schaumburg und Nienburg hat auf ihrer Vertreterversammlung im Weserschlösschen in Nienburg deutlich gemacht: Es gibt kein „Weiter-So“.
Vorstand Christian Weiß verwies in seinem Bericht für das Geschäftsjahr 2025 klar darauf, dass Geschäftsmodelle, die in Phasen des billigen Geldes Erfolg versprachen, bei steigenden Zinsen nicht mehr funktionieren. Dennoch: Die Versammlung stimmte (allerdings mit Gegenstimmen) sowohl dem Prüfungsergebnis des Genoverbandes zu als auch der Verwendung des Jahresergebnisses sowie der Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates.
Bereits zum Beginn der Versammlung legte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Uwe Krismann die Überschrift der Versammlung fest: „Es war ein herausforderndes Jahr!“ Diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch die Versammlung, zu der 147 stimmberechtigte Vertreter nach Nienburg gereist waren, plus Gäste und Mitarbeiterschaft. Krismann stellte die internationalen Herausforderungen für die Wirtschaft und die nationalen Verwerfungen durch steigende Zinsen und hoher Inflation heraus. Deutschland verpasse bislang aber die Chancen, die sich durch Zukunftstrends wie KI ergeben.

Bank bleibt bei ihrer regionalen Ausrichtung
Volksbank-Vorstand Weiß machte in seiner Ansprache zwar deutlich, dass es eine Anpassung in der Unternehmensstrategie geben müsse, allerdings sandte er auch die klare Botschaft an die Kundschaft: „Es wird keine Anpassung der regionalen Ausrichtung der Volksbank geben!“ Neben den wirtschaftlichen Kennzahlen, die die Entwicklung der Bank zeigen, bezog Weiß auch Stellung zum öffentlich angeprangerten Irangeschäft der Bank. 2024 war die Volksbank in Schaumburg und Nienburg in die Schlagzeilen geraten, weil sie als Finanzdienstleister für Geschäfte mit dem Iran tätig war. Weiß betonte: „Wir hatten uns bereits vor der Berichterstattung aus den Geschäften zurückgezogen und hatten keine Geschäfte mit dem iranischen Regime, sondern haben deutschen Firmen beim Handel mit dem Iran unterstützt!“ Alles sei stets im Rahmen geltenden Rechts und unter Einhaltung der Sanktionsvorschriften abgelaufen.
Gute und auch schlechte Zahlen
Während die Bilanzsumme des Jahres 2025 bei 5,1 Milliarden Euro und damit relativ konstant lag, stieg das Kreditgeschäft leicht auf 3,95 Milliarden Euro und das Eigenkapital der Bank konnte um rund 23 Millionen Euro auf 534 Millionen Euro anwachsen. Eigenkapital, so Weiß, werde eine immer stärkere Bedeutung für Banken bekommen.

Unzufrieden sei er über das schlechte Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit. Hier sank die Bilanzsumme von knapp 46 Millionen Euro auf knapp 20 Millionen. Erfreulich dagegen sei das Wachstum beim Geschäftsguthaben: Viele Mitglieder haben ihre Anteile merklich aufgestockt. Dies unterstreiche die enge Verbundenheit der Genossenschaftsmitglieder mit der Volksbank.
Mehr als 582.000 Euro für Projekte in der Region
Das soziale Engagement der Volksbank hatte auch 2025 einen hohen Stellenwert. Insgesamt wurden über 500 Projekte und Initiativen mit mehr als 582.000 Euro gefördert, unter anderem die „Obstwiesenland gGmbH“ Mosterei in Exten. Die Aktivitäten erstreckten sich über Soziales, Sport und Kultur und unterstützten zahlreiche gemeinnützige Organisationen, Vereine und lokale Projekte. Ein echtes Herzensprojekt sei die Förderung zugunsten der DKMS gewesen, gemeinsam mit der DZ-Bank in Höhe von 42.670 Euro.
Auszeichnungen für erstklassige Beratung
Für ihre Kundenbetreuung wurde die Volksbank erneut ausgezeichnet: 13 Focus Money Awards wurden für die getesteten Filialen vergeben. Testkunden bewerteten Service und Beratung anhand standardisierter Kriterien. In den Kategorien Privatkunden, Geschäftskunden, Private Banking sowie Baufinanzierung gingen alle getesteten Filialen als Testsieger hervor. Die Beratungs-Teams in Nienburg/Weser, Wunstorf, Bad Nenndorf, Bückeburg, Rinteln und Steyerberg erzielten die beste Gesamtnote – insgesamt dreizehn Mal.

Wiederwahl des Aufsichtsrats und Dividende von 4,0 Prozent
Die Vertreterversammlung befasste sich zudem mit der Wahl zum Aufsichtsrat. Satzungsgemäß schieden in diesem Jahr die Aufsichtsratsmitglieder Ute Heitmüller, Kerstin Busche, Jörg Hatesaul, Friedhelm Härtel sowie der amtierende stellvertretende Vorsitzende Dirk Rodenbeck aus. Alle ausscheidenden Mitglieder wurden von den Vertreterinnen und Vertretern wiedergewählt. Darüber hinaus beschlossen die Vertreterinnen und Vertreter die Auszahlung einer Dividende von 4 Prozent.
(Text & Fotos: ot)
























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