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Volksbank in Schaumburg: Wachstumskurs auch in 2020 fortgesetzt

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Einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2020 der Volksbank in Schaumburg gaben die Vorstandsmitglieder Anja Bracht und Joachim Schorling im Nachgang zur Vertreterversammlung. Sie fand zum zweiten Mal in Folge online statt. Durch die Versammlung führte erstmalig Dr. Uwe Krismann, der im Dezember 2020 zum Aufsichtsratsvorsitzenden und damit Nachfolger von Dr. Uwe Homeyer gewählt wurde. Zugeschaltet hatten sich rund 240 Teilnehmer.

Die Bankchefs verzeichneten 2020 einen hohen Gesprächsbedarf bei ihren Kunden. Von den Folgen der coronabedingten Einschränkungen seien besonders Unternehmer und Selbstständige betroffen. Der Volksbank in Schaumburg war es wichtig, sofort aktiv Kontakt zu den Betroffenen aufzunehmen. Sie unterstützte bei der Beantragung staatlicher Hilfen und sicherte durch befristete Tilgungsaussetzungen die Liquidität der Betriebe.

Über 20.000 Gespräche außerhalb ihrer Öffnungszeiten führte die Volksbank im vergangenen Jahr mit ihren Mitgliedern und Kunden, berichtete Anja Bracht. Sie gab bekannt, dass ihre Bank ab dem 21. Juni 2021 wieder zu den regulären Zeiten geöffnet ist. Gesprochen wurde in diesen Gesprächen über alle Finanzthemen: von der Beantragung staatlicher Fördermittel, über die individuelle Vermögensanlage und Altersvorsorge bis hin zur Finanzierung von Immobilien und Projekten.

Volksbank-Filialen ab dem 21. Juni wieder zu regulären Zeiten geöffnet

Je nach Situation fanden diese Gespräche persönlich mit Abstand und Maske sowie telefonisch oder per Video statt. So schaffte es die Bank, laut Vorstandsmitglied, trotz sporadisch geschlossener Filialen den persönlichen Kontakt zu ihren Mitgliedern und Kunden zu halten und sie zu unterstützen. Das spiegelten auch die positiven Wachstumsraten und das erzielte Ergebnis der Volksbank in Schaumburg wider. „Unsere Mitarbeiter haben super mitgezogen, trotz der Einschränkungen“, lobte Schorling.

Danach befand sich die Volksbank in Schaumburg auch 2020 auf Wachstumskurs. Die Bilanzsumme erreichte am Jahresende 2,3 Milliarden Euro. Damit wurde der Vorjahreswert um rund 360 Millionen Euro oder 18 Prozent übertroffen. Das betreute Kundengeschäftsvolumen, das neben den bilanzwirksamen Kundengeldern unter anderem auch das Wertpapier- und Vermittlungsgeschäft berücksichtigt, erhöhte sich um 7 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Man sei „rundum zufrieden“, so Schorling: „Uns geht´s gut!“

Die Kundenkredite stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf nunmehr 1,6 Milliarden Euro. Dabei wurden 2020 sowohl private als auch gewerbliche Finanzierungen stark nachgefragt. Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten wird nach wie vor investiert, modernisiert und Wohneigentum angeschafft. Das Jahresergebnis zeigt, dass die benötigte Kreditvergabe auch in Krisenzeiten funktioniert. Sie ist für die Liquidität vieler Unternehmen und die Finanzierung von Investitionen unerlässlich. „Erfreulich ist es, dass bei den Krediten keine nennenswerten Ausfälle festzustellen sind. Wir hoffen sehr, dass es so bleibt. Auch in diesem Jahr sind bisher keine Auffälligkeiten festzustellen“, berichtete Schorling.

Joachim Schorling und Anja Bracht vom Volksbank-Vorstand zogen Bilanz eines sehr erfolgreichen Geschäftsjahres 2020.

Die Volksbank in Schaumburg bewegt laut eigenen Angaben etwas für ihre Region und für die Menschen, die darin leben. Dazu zählt auch die Schaffung neuen Wohnraums. Neben der Vermittlung von Häusern und Wohnungen hat das Bankinstitut 2020 in Rehren im Auetal zahlreiche Baugrundstücke erschlossen. Eine Erschließung des Baulandes in Hohnhorst-Haste ist in Umsetzung. In Zusammenarbeit mit der IMMAC AG Hamburg, einem Spezialisten im Bereich Gesundheitsvorsorge und Pflege, unterstützt sie die Wiederbelebung innerstädtischer Flächen. So startete die IMMAC 2020 mit dem Bau von altersgerechten Wohnungen, einem Pflegeheim und sieben Penthouse Wohnungen auf dem Bethelgelände. Die Immobilien befinden sich kurz vor Fertigstellung. Die Vermarktung erfolgt über die Volksbank in Schaumburg. In Planung ist auch ein zentrumsnahes Pflegeheim, das die IMMAC Ende 2021 in Rinteln auf dem Baugelände in der Dauestraße bauen wird. „Die neuen Baugebiete und Bauprojekte sind eine Bereicherung sowohl für junge Familien als auch für das Wohnen im Alter“, befand Schorling.

Darüber hinaus ist die Volksbank 2020, laut Vorstandsmitglieder, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in hohem Maße nachgekommen – als Arbeitgeber und Ausbilder, als Förderer der Wirtschaft, Steuerzahler (rund 11,9 Millionen Euro) sowie Auftraggeber und nicht zuletzt als Spender und Sponsor. „Unser vielfältiges Engagement hat gerade jetzt für viele Vereine, Kulturinitiativen und Sozialprojekte eine besondere Bedeutung“, betonten sie. Die Bank hat 2020 insgesamt rund 200.000 Euro an gemeinnützige Vereine, Institutionen, Kindergärten und Schulen vergeben. Damit konnte sie rund 350 Projekte in ihrem Geschäftsgebiet erfolgreich unterstützen.

Die Bank ist mit dem Ergebnis des letzten Jahres sehr zufrieden und sieht sich auch für die Zukunft gut aufgestellt, so Anja Bracht. „Wir in Schaumburg haben 2020 bewiesen, dass wir zusammenhalten, gemeinsam durchhalten und dass es auf das miteinander ankommt. Damit hatten wir die beste Strategie, durch das kräftezehrende Jahr zu kommen, und es zeigt, dass wir mit unseren genossenschaftlichen Werten menschlich und wirtschaftlich bestens aufgestellt waren“, betonte sie.

Mehr Geld auf die hohe Kante gelegt: Deutlicher Vermögensanstieg aufgrund eingeschränkter Konsummöglichkeiten

Der Einlagenbestand der Volksbank in Schaumburg stieg im vergangenen Geschäftsjahr um weitere 142 Millionen Euro oder 10 Prozent auf mehr als 1,5 Milliarden Euro an. Es wurde viel gespart in der Coronakrise: Reisen, Restaurantbesuche und Shoppen entfielen für lange Zeit. Trotz der auf aktuell 2,5 Prozent gestiegenen Inflation sieht die Volksbank in Schaumburg kurz- und mittelfristig keinen wesentlichen Anstieg der Zinsen. Wer heute noch Renditen erzielen will, muss sein Vermögen streuen, ist sich Anja Bracht sicher. Wichtig dabei sei, eine ausgewogene Anlagestruktur, die alle Anlageklassen beinhalte. Die Volksbank in Schaumburg sieht es als eine ihrer wichtigsten Aufgabe an, ihre Kunden zu den Themen „Geldanlage“ und „Vorsorge“ zu beraten.

Die Bank setzt sich seit jeher für nachhaltiges Wirtschaften und partnerschaftliches Zusammenarbeiten in der Region ein. So unterstützte sie den Bau einer Klärschlammtrocknungslage im Rintelner Industriegebiet Süd, die in Kürze fertiggestellt sein wird. Die Wärme zum Trocknen wird die Anlage aus der nahegelegenen Biogasanlage beziehen. Diese Projekte sind wegweisend für Schaumburg und verbinden nachhaltige Landwirtschaft mit nachhaltiger Entsorgung.

Nachhaltigkeit ist der Volksbank in Schaumburg auch bei der Nachnutzung von Standorten wichtig, die sie nicht mehr benötigt. So entsteht nach dem Umzug ihrer Bankstelle in Krankenhagen 2018 auf dem ehemaligen Volksbank-Gelände nun ein Bürgerhaus und ein neues Feuerwehrquartier. Als überaus erfolgreich stellte sich auch das Projekt der RLW Raiffeisen Lippe-Weser AG mit ihrem Raiffeisenmarkt, der Tankstelle, den Silos und der Phovoltaikanlage heraus. Sie sind ein Mehrwert für die Region und ersetzen das damalige Angebot der Warenabteilung um ein Vielfaches.

Die Ertragslage der Volksbank in Schaumburg ist weiterhin gut. Der Zinsüberschuss konnte erfreulichen Kreditwachstums auf 37,8 Millionen Euro ansteigen. Der Provisionsüberschuss konnte mit 10,2 Millionen Euro das Niveau des Vorjahres bestätigen. Hier wirkte sich das Immobiliengeschäft positiv aus. Die Verwaltungsaufwendungen bewegen sich seit Jahren auf einem niedrigen Niveau. Sie sind moderat um 1,8 Prozent auf 26,2 Millionen Euro angestiegen. Außerordentliche Erträge erzielte die Volksbank in Schaumburg aus den eigenen Anlagen in Höhe von 9,5 Millionen Euro (Vorjahr: 8,5 Millionen Euro). Diese Position ist laut Joachim Schorling ungewöhnlich: „Durch die gesunkenen Zinsen haben wir Kursgewinne erzielt, die unser Ergebnis äußerst positiv beeinflusst haben. Das lässt sich leider für die Zukunft nicht fortschreiben.“

Nach Verrechnung des Bewertungsergebnisses beläuft sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit auf 33,8 Millionen Euro. Es ermöglicht der Bank eine angemessene Stärkung ihres Eigenkapitals und ihrer Vorsorgereserven, um so auch zukünftig Spielraum für zukünftiges Wachstum zu haben.

In der Vertreterversammlung wurde über die Auszahlung einer Dividende abgestimmt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat alle Banken auch in diesem Jahr gebeten, aufgrund der noch nicht abzuschätzenden wirtschaftlichen Folgen aus der Covid-19-Pandemie, vorsichtig zu agieren und die Dividendenausschüttung mit Augenmaß vorzunehmen. Vor dem Hintergrund des guten Jahresergebnisses sowie der guten Eigenkapitalausstattung möchte die Volksbank ihre Mitglieder mit einer Basisdividende von 2 Prozent und einem Mitgliederbonus von einem Euro je Bonuspunkt an dem guten Ergebnis teilhaben lassen. Die Vertreter votierten mehrheitlich für den vom Vorstand und Aufsichtsrat unterbreiteten Verwendungsvorschlag.

Des Weiteren wählten die Vertreter unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Uwe Krismann drei Mitglieder des Aufsichtsrates neu. Durch den Ablauf der Wahlzeiten sind in diesem Jahr Barbara Grothe, Berthold Bolsewig, Dr. Michael Kricheldorf und Simone Röntgen ausgeschieden. Die Wiederwahl von Berthold Bolsewig war altersbedingt nicht zulässig. Barbara Grothe, Dr. Michael Kricheldorf und Simone Röntgen standen für eine Wiederwahl zur Verfügung und wurden an diesem Abend erneut gewählt. Krismann verabschiedete Bolsewig ehrenhaft und bedankte sich auch im Namen des Vorstands für sein rund 20-jähriges Engagement im Aufsichtsrat. (pr/Foto: vu)

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