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Volksbank und NABU wecken Gartenlust

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Frischgebackene Hausbesitzer oder Häuslebauer in spe müssen sich um viele Dinge Gedanken machen. Ein möglichst naturnaher Garten gehört bei all dem Stress rund um Bau und Renovierung nicht unbedingt dazu. Um Immobilienbesitzer bei der Anlage von insektenfreundlichen Gärten zu unterstützen, arbeitet die Volksbank in Schaumburg künftig eng mit dem NABU Bückeburg zusammen. Bei der Vermittlung von Grundstücken und Häusern wird daher in Zukunft die Broschüre „Gartenlust“ an Kunden ausgegeben. In der rund 50-seitigen Broschüre des NABU Niedersachsen finden sich jede Menge Anregungen und Pflanzempfehlungen für mehr lebenswerte und naturnahe Gärten. Bei einem Pressegespräch übergab Sabine Jüttner, Immobilienberaterin der Volksbank in Schaumburg, desweiteren einen Spendenscheck in Höhe von 1.000 Euro zum Auftakt der Zusammenarbeit an die NABU Ortsgruppe Bückeburg.

„Weltweit verschwinden die Insekten, weil sich ihr Lebensraum verändert hat. Damit ist neben dem Insektensterben auch ein starker Rückgang an heimischen Singvögeln in unseren Gärten zu verzeichnen“, wissen Gerd Oppenhausen und Peter Walter vom NABU. Eine Studie von Forschern aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden sorgte vor einem Jahr für Aufsehen und Diskussionen. Darin hieß es, die Masse der Insekten in Deutschland sei in den letzten 30 Jahren um fast 75 Prozent zurückgegangen. Dabei sind Insekten eine wichtige Basis fürs Ökosystem. Sie bestäuben Blüten. Fehlen sie, bleiben die Erträge aus. Gleichzeitig dienen sie Tieren als Nahrungsmittel. Weniger Insekten bedeuten daher auch weniger Vögel. Bei fortschreitendem Schwund sind die Folgen fatal.

Von links: Katharina Kelb und Sabine Jüttner von der Immobilienabteilung der Volksbank in Schaumburg mit Gerd Oppenhausen und Peter Walter (NABU Bückeburg).

Bei den über 15 Millionen Gärten in Deutschland mit einer Fläche von rund 15.000 Quadratkilometern (das sind über vier Prozent der Landesfläche), könnten bei einer zehnprozentigen, sinnvollen Bepflanzung viele Insekten und Schmetterlinge ihren Lebensraum finden und viele Singvogelpaare brüten. Die Maßnahmen, die jeder Grundstückseigentümer umsetzen kann, sind simpel. Es muss nicht immer die Thuja- oder Lorbeerkirschhecke sein, wissen die Naturschützer, lieber eine heimische Eibe pflanzen – davon haben die Insekten mehr. Ebenso beliebt in Gärten, aber für Insekten ohne Nährwerkt: Die Forsythie. „Lieber statt dessen eine Kornelkirsche“, raten die NABU-Profis. Die sei für Bienen wertvoll. Übrigens gibt es in Deutschland rund 560 Wildbienenarten. Die meisten davon sind gefährdet, viele sind auf bestimmte Pflanzenfamilien „spezialisiert“. Dabei kann es so einfach sein: Lässt man eine kleine Ecke im Garten „verwildern“ und setzt auf einheimische Stauden, statt den perfekten englischen Rasen anzustreben, gibt man ihnen und vielen anderen „Brummern“ eine Chance.

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