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Vom „Google-Gehirn“ zu praktischen Tipps: Wie zähmt man den inneren Schweinehund

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(Rinteln) Wie man den „inneren Schweinehund“ überwindet, davon kann Maike Wagenaar ein Lied singen. Oder darüber einen Vortrag halten, wie jetzt im Seminarraum des Weser-Fit-Rinteln Sport- und Gesundheitszentrums geschehen. Sie ist dort Betriebsleiterin und zählt in Summe rund 580 Menschen, die in den Räumen trainieren, sowohl auf der Trainingsfläche als auch im Kursangebot. Das Motiv fürs Training ist unterschiedlicher Natur. Mal ist es Abnehmen, mal ist es „Gruppendynamik“ (aus dem Freundeskreis macht jemand den Anfang und „reißt“ andere mit).

Maike Wagenaar rät zur „Salamitaktik“: Erreichbare Etappenziele auf dem Weg zum großen Ziel setzen.

Dabei muss auch immer ein Augenmerk auf den inneren Schweinehund gelegt werden, denn der macht es sich in uns Menschen sehr gemütlich. Und er lässt sich auch nicht davon abbringen, den für uns vermeintlich bequemeren Weg auszuwählen. Der Schweinehund ist nämlich ein „Schisshase“, mag weder Veränderungen noch Anstrengungen und Versagen mag er schon gar nicht. Dabei geht es nicht immer ums Thema Sport. Auch die Steuererklärung oder das Fensterputzen sind beliebte Fallen, deren Aufschub uns der innere Schweinehund uns nur allzu schmackhaft macht. Der Mensch, erklärt Wagenaar, sei nur zu fünf Prozent vom Bewusstsein gesteuert. 95 Prozent laufen unterbewusst ab.

Das „Google-Gehirn“ spielt uns immer wieder einen Streich

Das menschliche Gehirn funktioniert nach dem „Google“-Prinzip. Sobald die entsprechenden „Suchwörter“ vor unseren Augen auftauchen, rotieren die 100 Milliarden Gehirnzellen und verarbeiten zehntausende Reize pro Sekunde, rufen tief verwurzelte „Suchergebnisse“ ab. Im Großhirn sind dabei Erfahrungen und Erlebnisse gespeichert, alle emotionalen Gedanken und Muster werden hier einsortiert. So verwundert es nicht, dass Menschen, die bereits in der Schulzeit negative Erfahrungen mit dem Sport gemacht haben, auch Jahrzehnte später nicht begeistert der Leibesertüchtigung frönen. Hat sich erst einmal ein bestimmtes Verhaltensmuster eingeschliffen, ist eine Veränderung sehr schwer möglich. Beispiel gute Vorsätze: Pünktlich zum 1.1. eines jeden Jahres melden sich massenweise Menschen im Fitnessstudio an, schwören dem Alkoholkonsum ab und schreiben sich Sport auf die Fahnen. Diese Phase dauert bei Vielen drei, vier Monate, dann nehmen die Besuche im Studio langsam wieder ab und die Abmeldungen zu. Der Entschluss kommt aus dem Bewusstsein, doch es fehlt die grundlegende Motivation, etwas zu ändern. „Im Gegenzug dazu kann beispielsweise auch ein 86-Jähriger noch chinesisch lernen, wenn er die Liebe seines Lebens in Fernost trifft und sich verständigen möchte“, erklärt Wagenaar, „wenn er motiviert genug ist.“

„Überzeugungen ändert man durch Wissen, Gewohnheiten ändert man durch Training und positives Denken lernt man durch Disziplin“, lautet einer der Tipps. So könne es motivierend für den Abnehmerfolg sein, sich auf sein Lieblings-Kleidungsstück zu freuen. Oder die Teilnahme an einem Martahon. Dabei ist die Salamitaktik von Nutzen: Sofort anfangen, aber kleine Etappenziele setzen. Dazu gehört auch, den inneren Schweinehund nicht bekämpfen zu wollen, sondern mit ihm zu kooperieren. Einen ersten Schritt taten die Teilnehmer, indem sie der imaginären Figur einen Namen gaben und auf eine Karteikarte schrieben. Somit wurde er greifbar und leichter zu verstehen. Und damit es die „Oskars“ oder „Günthers“ oder anders genannten Phantasiewesen künftig nicht mehr so leicht mit ihren Menschen haben würden, riet Vortragsleiterin Wagenaar: „Belohnen und bestrafen Sie sich und schnacken Sie nicht lange herum. Schreiben Sie auf die Rückseite der Karte, welches Ziel Sie als nächstes erreichen wollen. – Und fangen Sie sofort damit an.“

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