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Von der Weser an den Delaware River: Das Schicksal der Rintelner „Hessen“

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(Rinteln) Was als lokaler Marschbefehl in der Festungsstadt Rinteln begann, endete als transatlantisches Drama von welthistorischer Tragweite.

Im Jahr 1776 wurde das in der Weserstadt stationierte Regiment von Losberg Teil eines massiven Militärtransfers: Im Auftrag der britischen Krone wurden tausende junge Männer aus dem Schaumburger Land rekrutiert, um den Aufstand in den amerikanischen Kolonien niederzuschlagen.

Am 8. März 1776 rückten 650 Soldaten aus der landgräflich hessischen Festung Rinteln in den amerkanischen Unabhängigkeitskrieg aus. Viele von ihnen sollten nie wieder zurückkehren.

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Der Wendepunkt von Trenton

Nach ersten Erfolgen in New York folgte in der Weihnachtsnacht 1776 das jähe Desaster. George Washingtons legendäre Überquerung des eiskalten Delaware River überrumpelte die hessischen Truppen im Winterquartier Trenton. Für das Losberg-Regiment markierte diese Niederlage das Ende der militärischen Routine: Fast die gesamte Einheit geriet in Kriegsgefangenschaft und wurde tief in das Hinterland von Pennsylvania und Virginia verbracht.

Ein Erbe zwischen Rückkehr und Neuanfang

Mit dem Friedensschluss 1783 standen die Überlebenden vor einer existenziellen Entscheidung, die das demografische Profil beider Kontinente prägte:

Die Heimkehrer: Sie brachten neue botanische Impulse wie Tabak und amerikanische Gehölze sowie Berichte über die „Neue Welt“ zurück in die Garnisonen von Rinteln und Kassel.

Die Siedler: Schätzungsweise ein Drittel der Soldaten kehrte nie zurück. Angelockt von Versprechen über eigenes Land und individuelle Freiheit, entschieden sie sich für ein Leben in den jungen USA und wurden zu Mitbegründern der deutsch-amerikanischen Geschichte.

Neue Sonderausstellung im Museum ist jetzt eröffnet

In der neuen Ausstellung im Museum Eulenburg mit dem Titel „America – Die Soldaten der hessischen Festung Rinteln im Kampf gegen George Washington“ sind viele Originaldokumente der Zeit bis zum 13. September zu sehen.

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Museumsleiter Dr. Stefan Meyer hat die neue Sonderausstellung in der „Eulenburg“ eröffnet.

Geöffnet ist das Museum dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr.

(Text & Fotos: ot)

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