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Wartelisten für Waldkindergärten in Rinteln: Erweiterung schwierig

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Die beiden Waldkindergärten in Rinteln erfreuen sich großer Beliebtheit. „Die Waldzwerge“ in der Rintelner Nordstadt bestehen bereits seit 2003. Aufgrund der hohen Nachfrage nach dem pädagogischen Konzept der Tagesbetreuung wurde 2016 ein zweiter Waldkindergarten in Strücken unter dem Namen „Die Heidestrolche“ eröffnet. Insgesamt stehen jetzt 30 Betreuungsplätze an beiden Standorten zur Verfügung. Alle Plätze sind belegt, doch der Bedarf ist weitaus größer. Derzeit befinden sich fürs kommende Kindergartenjahr 2019/2020 elf Kinder auf der Warteliste der „Waldzwerge“. Höchstens drei von ihnen können im Sommer aufgenommen werden, da dann drei Kinder in die Schule kommen, sofern keine Rückstellungen vom Schulbesuch vorgenommen werden. Bei den „Heidestrolchen“ gibt es derzeit kein Kind auf der Warteliste, dafür allerdings zwei im kommenden Kita-Jahr.

Grund für Christoph Ochs (Grüne), Uta Fahrenkamp (Grüne), Dr. Ralf Kirstan (FDP), Dietmar Vogt (Grüne) und Uwe Vogt (CDU), in einem Antrag an die Stadtverwaltung die Einrichtung einer dritten Waldkindergartengruppe zu fordern. Diese solle an die „Waldzwerge“ angegliedert werden, um Synergien zu nutzen. Ebenso solle zumindest eine der Gruppen verlängerte Betreuungszeiten bis mindestens 14 Uhr anbieten, da viele berufstätige Eltern den Weg der Waldpädagogik aufgrund der sehr kurzen Betreuungszeiten nicht wählen können.

Eine Erweiterung des Waldkindergartens „Waldzwerge“ in der Rintelner Nordstadt ist aufgrund der strengen Rahmenbedingungen, die an Modellprojekte geknüpft sind, nicht ohne weiteres möglich.

Doch das Vorhaben gestaltet sich schwierig, wie jetzt in der jüngsten Sozialausschusssitzung deutlich wurde. Eine Anfrage der Stadtverwaltung beim Niedersächsischen Kultusministerium auf Erweiterung der Gruppe von derzeit 15 auf 20 Plätze wurde abgelehnt: Waldkindergärten in Niedersachen werden nur als eingruppige Einrichtungen mit höchstens 15 Plätzen genehmigt. Die Schaffung einer zweiten Gruppe am bestehenden Standort ist ebenfalls nicht möglich. Jede Waldkindergartengruppe sei als eigenständige Einrichtung zu betrachten und eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören bestimmte Anforderungen an die Betreuungszeit, ein beheizbarer Raum für einen kurzzeitigen Aufenthalt, ein Waldgebiet mit schriftlicher Nutzungserlaubnis durch den Waldbesitzer, und weitere. Diese dienen laut Beschlussvorlage der Verwaltung dem Schutz der Kinder, aber auch von Natur und Umwelt. Eine Betreuungszeit bis 14 Uhr könne ebenfalls nicht realisiert werden, da derzeit noch die geltenden Rahmenbedingungen von höchstens 20 Stunden Betreuungszeit und fünf Stunden Sonderöffnungszeit wöchentlich bestünden.

Auch die Variante einer Konzeptänderung, wie im Ausschuss angeregt, ist nicht umsetzbar. Bei einem geänderten Konzept würden die Regelungen des Kitagesetzes greifen. Die Waldkindergärten seien aber Projekte mit Modellcharakter, da seien bestimmte Regelungen außer Kraft gesetzt, hieß es. Eine Erweiterung der Waldkindergärten sei nur in Form eines dritten Standortes mit eigenem Bauwagen und entsprechender räumlicher Entfernung und entsprechendem Personal möglich. Für Bürgermeister Thomas Priemer sei die derzeitige Sachlage „eine Farce“, machte er in der Sitzung deutlich. Man habe kein Verständnis dafür, dass die vor über zehn Jahren eingeführten Waldkindergärten noch immer Modellcharakter-Status besäßen und er kündigte an, die Stadtverwaltung werde einen Brief ans niedersächsische Kultusministerium schreiben um auf die Situation aufmerksam zu machen.

Ein Lichtblick für Eltern, die sich längere Betreuungszeiten in Verbindung mit einer naturpädagogischen Ausrichtung wünschen: Die Stadt befindet sich mit dem evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband der Grafschaft Schaumburg in Vorbereitung, am Standort Schaumburg (Dorfgemeinschaftshaus) eine neue Kita mit zwei Gruppen zu errichten. Aufgrund der optimalen Lage in Waldnähe ist derzeit ein naturpädagogisches Betreuungskonzept in Abstimmung mit der Stadt Rinteln in Entwicklung, welches im Rahmen der Ganztagsbetreuung umsetzbar ist.


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