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Wegen Corona: „Disco-Bus“-Projekt startet mit Verspätung

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(Rinteln) Die Jugendförderung in der Weserstadt wird fortgesetzt. Kürzlich hat der Rat beschlossen, Jugendliche im Alter von 18 bis 25 Jahren, die selbst oder mit Hilfe gemeinnütziger Vereine eine Veranstaltung auf die Beine stellen, mit bis zu 2500 Euro zu unterstützen (wir berichteten). Nach der erfolgreichen und schnellen Umsetzung des Bike-Parks am Heinekamp (wir berichteten ebenfalls) sind jetzt auch die Rahmenbedingungen für den „Disco-Bus“ auf den Weg gebracht worden. Die Idee dahinter: Da es in Rinteln keine Disco mehr gibt, können Jugendliche und junge Erwachsene mittels organisiertem Transport in umliegende Discotheken gebracht und auch wieder dort abgeholt werden.

Nach einer Online-Umfrage lagen innerhalb weniger Tage 161 ausgefüllte Fragebögen vor. Laut den Beschlussunterlagen der Verwaltung sei dies „ein deutliches Indiz dafür, dass der Wunsch nach einem Disco-Bus vorhanden ist“. Man gehe davon aus, dass Kritiker des Projekts nicht an der Umfrage teilgenommen hätten. Die bevorzugten Ziele sind der GoParc in Herford (123 Stimmen) und die Musikbox in Minden (104 Stimmen). 115 Stimmen sprachen sich für die Nacht von Freitag auf Samstag als gewünschten Fahrtermin aus. Die Abfahrt soll zwischen 21:30 und 22:00 Uhr liegen, eine Rückfahrt soll frühestens gegen 2:00 Uhr, eher später stattfinden.

Die Teilnehmer gaben weiterhin an, sie wären bereit, durchschnittlich neun Euro für ein Hin- und Rückfahrticket zu bezahlen und 140 von ihnen wünschen sich einen Online-Ticketverkauf. Starten soll der Disco-Bus idealerweise am Pferdemarkt, Bahnhof, Gymnasium und Kollegienplatz (insgesamt 120 Nennungen).

Eine der Haltestellen für den „Disco-Bus“: Der Pferdemarkt.

Zur Umsetzung gab es bereits Gespräche seitens der Stadt mit dem Landkreis, der VBE und dem Busunternehmen Rottmann & Spannuth. Fahrgäste aus den Ortsteilen sollen per Anrufsammeltaxi oder Fifty-Fifty-Taxi zu den Abfahrtstellen und zurück gebracht werden. Fürs Auetal kann eine Haltestelle in Bad Eilsen eingerichtet werden. Ein Sicherheitsdienst soll ebenfalls im Bus mitfahren. Dies sei aus der Erfahrung der Betriebe empfohlen worden, heißt es.

Ursprünglich war geplant, die jungen Fahrgäste alle 14 Tage im Zeitraum Oktober bis April zu den Discos zu bringen. Durch die gegenwärtige Corona-Situation mit Disco-Schließungen und nicht absehbarer Entwicklung der Auflagen schlug die Verwaltung allerdings vor, mit der Umsetzung des Pilotprojekts „Disco-Bus“ erst zu beginnen, wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden. Da die Kosten aber bereits in der Haushaltsplanung für 2021 berücksichtigt werden müssen, stimmte der Sozialausschuss dem bereits jetzt (wie erwartet einmütig) zu. Die Kosten werden für die sechsmonatige Dauer mit zwei Fahrten pro Monat mit rund 13.400 Euro beziffert. Davon entfallen etwa 10.000 Euro auf die Personenbeförderung, ungefähr 2.600 Euro für den Sicherheitsdienst und rund 800 Euro für die Reinigung des Busses.

Wie hoch die Einnahmen durch den Ticketverkauf tatsächlich sein werden, kann die Verwaltung allerdings noch nicht berechnen. Wie gut das Angebot tatsächlich angenommen werde, lasse sich aus dem angemeldeten Interesse noch nicht abschätzen.

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