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Weiter auf Wachstumskurs: Volksbank in Schaumburg sieht gute Ertragslage

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(Rinteln/Landkreis) Die Volksbank in Schaumburg befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. „Die Bilanzsumme ist um 11 Prozent auf 1,985 Milliarden Euro gestiegen“, berichtete Vorstandsmitglied Anja Bracht in der Vertreterversammlung der Volksbank, die aufgrund der Corona-Maßnahmen erstmalig digital veranstaltet wurde. Ursprünglich war sie für den 11.11. als Präsenzveranstaltung in der Festhalle Stadthagen geplant, musste aber aufgrund der Corona-Situation abgesagt werden. Bei der Online-Veranstaltung am 2.12. konnte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Uwe Homeyer 187 per Internet zugeschaltete Vertreter begrüßen.

Positive Entwicklung

Die Kundenkredite des Bankinstituts erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf nunmehr 1.377 Millionen. Private und gewerbliche Finanzierungen waren 2019 stark nachgefragt, dieser Trend setzt sich auch 2020 fort, so Vorstandsmitglied Anja Bracht. Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten werde nach wie vor investiert, modernisiert und Wohneigentum angeschafft. In Zeiten von Corona hat das eigene Zuhause für die Menschen offenbar an Bedeutung gewonnen.

Das Einlagenvolumen der Volksbank in Schaumburg ist um 9 Prozent auf 1.412 Millionen Euro gestiegen. Dabei ist der Trend zu kurzfristigen Anlagen auch 2020 ungebrochen. Das anhaltende Niedrigzinsniveau und Turbulenzen am Aktienmarkt zeigten immer wieder, dass sowohl ein guter Mix der verschieden Anlageformen als auch ein ratierliches Ansparen sinnvoll sind. „Wir sehen es nach wie vor als eine der wichtigsten Aufgaben an, unsere Kunden bei der Geldanlage zu beraten“, betonte Bracht.

Anja Bracht und Joachim Schorling vom Vorstand der Volksbank in Schaumburg. (Foto: vu)

Arbeitgeber für 221 Mitarbeiter und 24 Auszubildende

Auch die Ertragslage der Volksbank in Schaumburg ist weiterhin gut. „Das verdanken wir zuallererst unseren Mitgliedern und Kunden. Sie vertrauen unserem Geschäftsmodell das nicht auf kurzfristigen Profit, sondern auf nachhaltiges und partnerschaftliches Zusammenarbeiten ausgerichtet ist“, betonte Anja Bracht in ihrer Rede an die Vertreter. Partnerschaftlich bedeutet für die Volksbank in Schaumburg auch über ihr Kerngeschäft hinaus Verantwortung für die Region zu übernehmen. So hat sie 2019 als Förderer 380 gemeinnützige Projekte von Vereinen, Kindergärten, Schulen und anderen Institutionen in ihrem Geschäftsgebiet unterstützt. Sie ist Arbeitgeber für 221 Mitarbeiter und 24 Auszubildende sowie wichtiger Steuerzahler, der im vergangenen Geschäftsjahr allein 8,3 Millionen Euro Steuern an Bund, Länder und Gemeinden gezahlt hat. Ungefähr die Hälfte verbleibt in der Region. Das Bankinstitut versteht sich darüber hinaus als „Entwickler und Netzwerker“ in Schaumburg, hat attraktive Baugrundstücke erschlossen und die Wiederbelebung innerstädtischer Flächen, wie zum Beispiel das Projekt Bethel in Bückeburg unterstützt.

Die positive Ertragslage ermöglichte es der Volksbank, ihr Eigenkapital weiter zu stärken. Damit ist die Bank für alle aktuellen und zukünftig zu erwartenden Kapitalanforderungen der Finanzaufsicht gut aufgestellt. Gerade in Zeiten von Corona und den möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen, die sich nach Meinung des Vorstandes erst 2021/2022 deutlich zeigen werden, ist die Stärkung des Eigenkapitals vorausschauend und von besonderer Bedeutung.

Anja Bracht bezeichnete in der virtuellen Vertreterversammlung die Corona-Krise als beispiellosen Stresstest für die deutsche Wirtschaft: „Es wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2020 von 5,4 Prozent prognostiziert. Die verfügbaren Einkommen werden trotz der umfangreichen Hilfeleistungen des Bundes und der Länder deutlich geringer ausfallen. Auch ist in zeitverzögertem Abstand mit einem Anstieg der Insolvenzen zu rechnen.“

Über 7.000 Kunden telefonisch kontaktiert

Die Volksbank in Schaumburg ist seit März 2020 aktiv auf ihre Kunden zugegangen, die besonders von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie betroffen waren. Über 7.000 Kunden sind telefonisch kontaktiert worden. Ihnen wurde geholfen, ihre Liquidität durch Beantragung von Direktzuschüssen, KfW-Krediten und befristeten Tilgungsaussetzungen zu sichern und ihnen weitere Hilfe angeboten. Unter Hochdruck hat das Bankinstitut seine digitalen Zugangswege erweitert, das Online-Banking vereinfacht, kontaktloses Bezahlen forciert, das Telefonteam verstärkt und die Videoberatung eingeführt. Damit konnte es trotz oftmals geschlossener Filialen den direkten und persönlichen Kontakt zu seinen Kunden halten und sie unterstützen. „Das Geschäft läuft weiter, aber anders“, so Vorstandsmitglied Joachim Schorling.

Bankstellen in Beckedorf, Exten, Kleinenbremen und Warber bleiben SB-Filialen

Aktuell hat die Volksbank vier kleine Bankstellen in Beckedorf, Exten, Kleinenbremen und Warber geschlossen. Bereits vor der Corona-Pandemie zeigte sich, dass die Kunden diese Filialen durchschnittlich nur noch einmal im Jahr besuchen und ihre Bankgeschäfte zunehmend digital über PC, Tablet oder Handy abwickeln. „Gleichzeitig wünschen sich unsere Kunden, ausführlicher zu komplexeren Themen wie Altersvorsorge, Versicherungsschutz oder Vermögensanlage beraten zu werden – und zwar unabhängig von Bankstellen und Geschäftszeiten“, erläuterte Anja Bracht. Diese vier kleinen Filialen werden auch künftig als Selbstbedienungs-Stelle fortführt. Gleichzeitig werden gut frequentierte Standorte ausgebaut. Damit soll mehr Spielraum geschaffen werden, qualifiziert und individuell zu beraten und zwar zu Terminen, die ihren Kunden persönlich entgegenkommen. Einen Personalabbau werde es nicht geben, die Mitarbeiter sollen intern umgesetzt werden, bestätigte Schorling: „Im Gegenteil. Wir suchen weiterhin qualifizierte Mitarbeiter.“

An ihren Standorten in Bad Eilsen, Bad Nenndorf, Bückeburg, Kirchhorsten, Krankenhagen, Lindhorst, Obernkirchen, Rinteln-Klosterstraße, Rinteln-Nord, Rehren A/O hält die Volksbank fest. Erst 2018 wurde in eine neue Geschäftsstelle in Krankenhagen investiert, 2019 erfolgte der Umzug in das neue Bankstellen-Gebäude in Kirchhorsten und zurzeit befindet sich die Geschäftsstelle in Lindhorst im Bau. Für die Bankstelle in Obernkirchen ist ebenfalls eine Modernisierung in Planung. Alle Standorte werden mit neuester Technik ausgestattet.

In der virtuellen Vertreterversammlung wurde über die Auszahlung einer Dividende abgestimmt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFIN) hat alle Banken eindringlich gebeten, aufgrund der noch nicht abzuschätzenden wirtschaftlichen Folgen aus der Covid-19-Pandemie, keine Dividendenzahlung im Jahr 2020 vorzunehmen. Rechtlich sei ein Ausschüttungsverbot problematisch durchzusetzen, so die Vorstandsmitglieder. Vor dem Hintergrund des guten Jahresergebnisses sowie der guten Eigenkapitalausstattung möchte die Volksbank ihre Mitglieder dennoch an dem guten Ergebnis teilhaben lassen. Deshalb wurde den Vertretern zur Versammlung vorgeschlagen, eine Dividende in Höhe von durchschnittlich 3,2 Prozent an die Mitglieder auszuschütten. Der Vorschlag wurde mehrheitlich angenommen.

Aufsichtsratmitglied Dr. Uwe Homeyer nicht zur Wiederwahl angetreten

Des Weiteren wählten die Vertreter ein Mitglied des Aufsichtsrates neu. Durch den Ablauf der Wahlzeiten sind in diesem Jahr Dr. Uwe Homeyer und Dirk Rodenbeck ausgeschieden. Dirk Rodenbeck stand zur Wiederwahl zur Verfügung und wurde an diesem Abend erneut gewählt. Dr. Uwe Homeyer ist auf eigenen Wunsch aus seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender und als Aufsichtsratsmitglied ausgeschieden. Der Aufsichtsrat wird am 7. Dezember 2020 aus seinen eigenen Reihen einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wählen. Joachim Schorling, Vorstandsmitglied der Volksbank in Schaumburg und Dr. Uwe Krismann, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, bedankten sich bei Dr. Uwe Homeyer für die vertrauensvolle und immer produktive Zusammenarbeit. Seit 23 Jahren war er Mitglied im Aufsichtsrat der Bank, davon zehn Jahre als Vorsitzender desselben aktiv. Joachim Schorling würdigte in einer kleinen Rede zur virtuellen Vertreterversammlung die Verdienste und Leistungen des scheidenden Vorsitzenden und Mitglieds des Aufsichtsrates: „Du hast die Verschmelzung zur Volksbank in Schaumburg maßgeblich vorangetrieben und somit den Grundstock für unseren nachhaltigen Erfolg gelegt. Ich habe Dich als engagierten und sehr, sehr zuverlässigen Partner kennengelernt“.

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