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Wellenreiter-Gruppe blickt auf die Sommerferien 2025 zurück

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(Rinteln) Während das neue Schuljahr in Niedersachsen beginnt, blicken die teilnehmenden Kinder der Wellenreiter-Gruppe des Kinderschutzbundes Rinteln auf eine ereignisreiche gemeinsame Ferienzeit zurück.

Neben den wöchentlichen Gruppentreffen, die auch in der Sommerferienzeit stattfinden, waren die diesjährigen Ferienaktionstage ein besonderes Highlight.

„Dass die Wellenreiter-Gruppe genau wie in der Schulzeit einmal in der Woche weiter stattfindet, ist uns besonders wichtig“, erklärt Projektleiterin Sarah Stief. Auch wenn viele Kinder sich auf die Sommerferien freuen, ist es für zahlreiche belastete Familiensysteme auch eine herausfordernde Zeit. „Für viele Familien bedeuten sechs Wochen Ferien auch sechs Wochen ohne die Tagesstruktur, die Schule vorgibt und sechs Wochen, in denen die Kinder den ganzen Tag zuhause sind“, ergänzt Stief.

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Die Regelmäßigkeit der Gruppentreffen gebe den teilnehmenden Kindern Sicherheit und sei zudem eine Möglichkeit, auch in der Ferienzeit einen regelmäßigen Kontakt zu den Familien aufrechtzuerhalten. „Das kann auch für die Eltern hilfreich sein – wenn eine besonders herausfordernde Situation auftritt, signalisieren wir, dass wir erreichbar und ansprechbar sind.“

Das Projekt Wellenreiter adressiert seit inzwischen 7 Jahren Familien, in denen ein Mitglied psychisch erkrankt ist. „Wenn ein Elternteil psychisch erkrankt ist, ist es genau wie bei rein physischen Erkrankungen: Neben den Dingen, die Familien ohnehin bewältigen müssen, müssen zusätzlich die Auswirkungen der Erkrankung gestemmt werden“, sagt Mitarbeiterin Susanne Meyer. „Und diese Auswirkungen betreffen alle Personen einer Familie, auch und insbesondere die Kinder.“

(Foto: pr)

In den Gruppenangeboten des Projektes geht es deshalb darum, Kindern und Jugendlichen einen sicheren Rahmen für Selbstwirksamkeitserfahrungen, einen Austausch unter Gleichaltrigen und eine altersgerechte Auseinandersetzung mit der elterlichen Erkrankung anzubieten. Gleichzeitig werden Eltern darin begleitet, ihr Handeln und die Auswirkungen der Erkrankung auf die Kinder zu reflektieren und ihre Handlungssicherheit zu stärken.

Besonderes Highlight der Sommerferien ist für die Kinder der Wellenreiter-Gruppe die Ferien-Aktionswoche. Wie die gemeinsame Zeit gestaltet werden soll – in diesem Jahr waren es vier aufeinanderfolgende Tage – entscheiden die teilnehmenden Kinder selbst. Um Ideen zu entwickeln, sich auszutauschen und als Gruppe zu entscheiden, welche Ausflüge und Aktivitäten unternommen werden sollen, beginnen die Vorbereitungen schon im Frühjahr. „Jedes Kind darf seine Wünsche und Vorstellungen einbringen“, beschreiben die Mitarbeiter den Prozess. „Eines der Ziele der Gruppenteilnahme ist es, dass die Kinder sich trauen, zu sagen, was sie brauchen und wollen und in der Folge die Erfahrung machen, dass ihre Meinung einen Einfluss hat.“ In diesen Sommerferien fiel die Entscheidung beispielsweise auf einen Besuch im Potts Park und einen Tag zum LaserTag spielen.

Neben den Entscheidungen zu den Aktivitäten planen die Kinder zudem auch viele weitere Details – etwa was es zum Essen geben soll und welchen Proviant sie mitnehmen möchten. Zahlreiche Lernfelder, Kompromisse einzugehen, dabei entstehende Konflikte und Frustrationen auszuhalten und als Gruppe Lösungen zu finden, gibt es zudem während der Aktionen selbst. Besonders wertvoll ist dabei, dass der Zeitrahmen deutlich weiter ist als während der wöchentlichen Gruppentreffen. „Wir sind jeweils den ganzen Tag zusammen, dabei ergeben sich viele Situationen, Gespräche und Möglichkeiten, die wir während der üblichen Gruppenzeit nicht haben“, so Stief.

Ermöglicht werden die Ferienaktionstage jedes Jahr durch Spenden und Förderungen – 2025 durch den Lions Club Rinteln und Mittel von „Hand in Hand für Norddeutschland“ vom NDR. Um die unterschiedlichen Angebotsbausteine des Projektes aufrechtzuerhalten, die steigenden Bedarfe zu adressieren und zudem wie die Ferienaktionswoche Projekte und Vorhaben über den regelmäßigen Gruppenkontext hinaus zu ermöglichen, ist das Projekt Wellenreiter auf solche Gelder angewiesen.

Auch für die nächsten Sommerferien soll eine Ferienaktionswoche geplant werden. Bevor die Planungsprozesse beginnen, steht aber für die Kinder der Wellenreiter-Gruppe noch einiges anderes an: Bis zum Herbst und dem damit verbundenen Umzug in die Gruppenräume in der Rintelner Innenstadt, in denen die Gruppe jedes Jahr in den Wintermonaten stattfindet, soll die Front eines Bauwagens neugestaltet werden. Zudem haben die Kinder geplant, ihre Erfahrungen, Sichtweisen und Meinungen in einer eigenen „Wellenreiter-Zeitung“ zu publizieren.

Das Projekt Wellenreiter besteht neben den wöchentlichen Gruppenangeboten für Kinder und Jugendliche aus weiteren Bausteinen, die sich an Familien richten, in denen eine psychische Erkrankung besteht. Für die Wintermonate ist der Start einer neuen psychoedukativen Gruppe geplant. Im Gegensatz zu den fortlaufenden Gruppen hat diese ein festes Start- und Enddatum – üblicherweise wird sie im Projekt Wellenreiter einmal im Jahr angeboten. In einer Kleingruppe werden Kinder und Jugendliche darin begleitet, ein altersgerechtes Verständnis dafür zu entwickeln, was die elterliche Erkrankung bedeutet. Dabei kann sich für die Teilnehmer ein sicherer Ort entwickeln, sich über ihr Erleben der familiären Situation auszutauschen und verstehen zu lernen, dass sie keine Verantwortung für ihre Eltern tragen.

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Die erkrankten Eltern(teile) werden parallel dazu in einer Elterngruppe begleitet. Interessierte Familien können unter der Telefonnummer 01520 48 68 711 weitere Informationen erhalten.

(pr)

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