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Weniger Straftaten, mehr Unfälle: 2023er Kriminalitäts- und Verkehrsstatistik der Polizei Rinteln vorgestellt

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(Rinteln) Die Polizei Rinteln hat ihre jährliche Statistik für Kriminalität und Verkehrsunfälle vorgestellt. So gab es im Jahr 2023 insgesamt 2.287 Fälle für die Beamten zu bearbeiten. Das sind weniger als im Jahr davor (2.565) Mit 64,36 Prozent ist die Aufklärungsquote weiterhin auf einem Niveau über dem Landesdurchschnitt (62,5%).

Rückläufig ist die Anzahl einfacher Diebstähle (von 400 im Jahr 2022 auf 358 im Jahr 2023) und schwerer Diebstähle (von 246 auf 211) im Vorjahr. 31 Wohnungseinbrüche galt es, zu bearbeiten. Damit ist man noch weit vom „Hoch“ der Jahre 2016 (67) und 2018 (56) entfernt, doch ist die Aufklärungsquote mit knapp 16 Prozent gleichbleibend gering. Ein „Sorgenkind“ der Polizei bleibt das Thema Häusliche Gewalt. Eine hohe Dunkelziffer, besonders bei betroffenen Männern, sei der Fall. Inzwischen hätten sich jedoch die Handlungsanweisungen deutlich in Bezug auf die Beteiligung von Institutionen und Opferanwälten konkretisiert, wie in jeweiligen Fällen vorzugehen sei.

Rückläufige Zahlen sind auch in den Themenfeldern Jugendkriminalität und Rauschgift zu verzeichnen. Die Anzahl von Straftaten, die von Kindern unter 14 Jahren begangen wurde, ist von 38 auf 24 gesunken, die Zahl der Täter von 14 bis 18 Jahre ist von 163 auf 94 zurückgegangen und Heranwachsende im Alter von 18 bis unter 21 haben 92 Taten begangen (in 2022: 207). Eine Arbeitserleichterung durch das neue Cannabis-Gesetz der Bundesregierung erwarte man nicht, so Kripo-Leiter Frank Schäfer. Man stehe dem Thema eher zwiespältig gegenüber, müsse vielmehr im Einzelfall genauer hinsehen und werde die aktuellen Entwicklungen beobachten. Immerhin hätten 85 der 140 behandelten Fälle mit Cannabis zu tun („der Einstieg“). Erfreuliches auch in Sachen „Gewalt gegen Polizeibeamte“. Von 13 gemeldeten Fällen in 2022 ist die Zahl auf 7 im Vorjahr zurückgegangen.

Von links: Melanie Meinke (Leiterin des Polizeikommissariats Rinteln), Sebastian Bode (Leiter Einsatz- und Streifendienst) und Frank Schäfer (Leiter Kriminalermittlungsdienst).

Von einer um 8 Prozent gestiegenen Anzahl an Verkehrsunfällen berichtet der neue Einsatz- und Streifendienstleiter Sebastian Bode. Der Trend liegt leicht über der kreisweiten Entwicklung. Bei insgesamt 893 Unfällen wurden 191 Personen verletzt, drei von ihnen tödlich, 26 schwer. Als schwer verletzt werden in der Statistik alle geführt, die nach einem Unfall im Krankenhaus aufgenommen werden und dort länger als 24 Stunden verbleiben. Im vergangenen Jahr entfiel rund 15 Prozent der Unfälle auf Zusammenstöße mit Wild. Erfreulich sei die gesunkene Anzahl an Motorradunfällen (15 insgesamt, 6 leicht verletzt, 5 schwer). Bei 36 Unfällen waren Radfahrer beteiligt, was zwei Fälle weniger sind als noch im Jahr zuvor. 25 wurden leicht verletzt (2022: 20), ein Radfahrer wurde schwer verletzt (2022: 3). Rückläufig sind auch die Fälle von Unfallflucht (194 gegenüber 216 im Vorjahr). Hier ist die Chance auf eine Aufklärung nach wie vor gering. Bei gerade einmal 86 Taten konnte ein Verursacher ermittelt werden.

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(Grafik: Polizei)

Dass sich das Polizeikommissariat Rinteln mehr Personal wünscht, daraus macht Kripo-Chef Frank Schäfer keinen Hehl. Die Personalprobleme beträfen jedoch alle Dienststellen, doch derzeit gäbe es mehr Abgänge als Neuzugänge. Gleichzeitig würden gestiegene Anforderungen an die Bearbeitung von Fällen, etwa bei der häuslichen Gewalt, mehr Arbeitskraft binden. Eingespart werden könnte die Zeit wiederum durch andere Vorgänge, die seit einigen Monaten in der Erprobung sind: So werden Diktate bei der Polizei Rinteln mittels künstlicher Intelligenz (KI) verschriftlicht, was dem Vernehmen nach schon ganz gut klappen soll. Welches System dabei zum Einsatz kommt, verriet die Polizei nicht, jedoch solle es sich dabei um eine Eigenentwicklung des LKA handeln. Und eine weitere Neuigkeit: Die Staatsanwaltschaft Bückeburg wird die sogenannte Pilotdienststelle zur Einführung der elektronischen Strafakte („E-Akte“). Zeitintensives Hin- und Herschicken von Akten und Anhängen in Papierform soll damit künftig der Vergangenheit angehören. Zumindest, wenn die Angelegenheit innerhalb der Ländergrenzen bleibt. Länderübergreifend, so hört man, müsse dann doch wieder auf die herkömmlichen Akten in Papierform zurückgegriffen werden.

(Text & Foto: vu, Diagramme: Polizei Rinteln)

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