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Wennenkamp: Bürgerinitiative im Gespräch mit Bikern und Anwohnern

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Bei strahlend blauem Himmel und frühlingshaften Temperaturen wurde gestern in den Ortschaften am Taubenberg der Grill angefeuert. Auf den Straßen blieb es ungewohnt ruhig. Die typischen Geräusche von Motorrädern, die an schönen Wochenenden die K77 befahren, blieben weitgehend aus. Nach Protesten der Bürger bei der jüngsten Ortsratssitzung und Gründung einer Bürgerinitiative gegen Lärm und Raserei am Taubenberg blieben Biker der sonst so beliebten Strecke fern. „Klar, es fahren immer wieder vereinzelt Motorräder hin und her“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Friedel Garbe gestern, „doch gegen die friedlichen Fahrer hat ja auch niemand etwas, das ist vollkommen in Ordnung. Sorgen machen uns die vereinzelten Raser.“

Schnell hatte sich dank des Internets und der sozialen Netzwerke unter Motorradfans herumgesprochen, dass man der K77 vorerst wohl lieber fern bleibt. Medienberichten zufolge wichen viele der Biker auf alternative Routen, wie etwa in Kükenbruch aus. Auf der Facebook-Seite des Motorradcafés „Die Kurve“, vormals als „Günters Kurve“ bekannt, gibt es jede Menge Kommentare zu unserem Artikel über die Bürgerproteste am Taubenberg. Unter den kommentierenden Usern ist man sich größtenteils einig, äußert Verständnis für die Anwohner und kritisiert das Verhalten der wenigen Raser, die ein ganzes Hobby in Verruf bringen.

Am Feuerwehrgerätehaus in Wennenkamp trafen sich gestern Ortsbürgermeister Bodo Budde, weitere Vertreter der Bürgerinitiative mit Sprecher Friedel Garbe und ein NDR-Korrespondent, um in lockerer Runde über das Thema Motorradfahrer zu sprechen. Eine Gruppe Motorradfahrer gesellte sich auf spontane Einladung bei Kaffee und Keksen dazu. Die Polizei zeigte in den Nachmittagsstunden ebenfalls Präsenz. Die Biker aus dem Schaumburger Land äußerten Verständnis für die Anwohner. Letztlich, so war man sich einig, ist es eine Minderheit von Rasern, die der Mehrheit von friedvollen Fahrern die Freude am Hobby kaputt macht, falls noch weitere Strecken gesperrt würden. Polizeikontrollen an beliebten Sammelstellen wie der „Kinderkurve“ wären eine mögliche Maßnahme, zeigten aber nur kurz Wirkung da man sich über soziale Netzwerke und WhatsApp-Gruppen blitzschnell austauschen könne. Tempo 30 in Wennenkamp wurde jüngst abgelehnt, da es rechtlich nicht zulässig sei. Straßensperrungen am Wochenende oder generell beträfen alle und würden die Problematik nur an andere Orte verlagern. Und Straßenschwellen müsste man immer überfahren, bei schönem wie schlechtem Wetter, da mobile Schwellen nicht zulässig sind.

Den goldenen Weg scheint es nicht zu geben, was also ist zu tun? Die Bürgerinitiative setzt zunächst auf Information. Man will mit Verkehrszählungen ermitteln, wie viele Motorräder auf der K77 unterwegs sind. Dann wird eine Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt, gekauft mit Hilfe eines Sponsors. Hinweisschilder sollen an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren – und ein zerstörtes Motorrad am Ortsausgang auf die möglichen Folgen der Raserei hinweisen.

Solch ein Mahnmal soll in Wennenkamp Verkehrsteilnehmer zum Nachdenken bringen. (Archivfoto)

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