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Notfalldose: Lebensretter in der Kühlschranktür

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Es ist eine Situation, in die hoffentlich niemand gerät: Man ist allein zu Hause und stürzt, erleidet einen Schlaganfall oder verunglückt anderweitig in den eigenen vier Wänden. Oder ein Familienmitglied benötigt dringend rettungsärztliche Hilfe, doch alle Bewohner stehen dermaßen unter Schock, dass sie nicht mehr über Medikation und Allergien Auskunft geben können. Für Retter und Helfer zählt jetzt jede Sekunde, jeder Augenblick kann über Leben oder Tod des Patienten entscheiden. Dazu gehören auch die wertvollen Informationen, an welchen Vorerkrankungen der Patient leidet, welche Medikamente eingenommen werden und welche Diagnosen bereits gestellt wurden. Diese und weitere Angaben gehören in eine Notfalldose, die wiederum in der Kühlschranktür aufbewahrt wird. Grüne Aufkleber an Wohnungs- und Kühlschranktür weisen Sanitäter und Notärzte auf den Aufbewahrungsort der Dose hin.

Die runden Kunststoffdosen mit markant-grünem Deckel stellte der Seniorenbeirat der Stadt Rinteln bei einer seiner Sitzungen vor und schickte sich nach interner Absprache an, die Stadt Rinteln ins Boot zu holen. Dort hat man das Projekt der lebensrettenden Notfalldosen jetzt in die Öffentlichkeit gebracht und 500 Stück bestellt, die ab sofort beim Bürgerbüro in der Klosterstraße 20 zum Selbstkostenpreis von nur 2 Euro erworben werden können.

DRK-Rettungsdienst Schaumburg Geschäftsführer Bernd Gerberding hält die Notfalldosen für eine gute und hilfreiche Idee, Rettungskräften im Ernstfall schnelle und hilfreiche Informationen zur Verfügung zu stellen, mahnt aber gleichzeitig auch zum Mitführen von Notfallkarten. Letztere sind auf der letzten Regionalschau zu Tausenden verteilt worden, werden ebenfalls mit den gesundheitlichen Daten der Patienten ausgefüllt und in der Geldbörse verwahrt. Was einleuchtet: Schließlich nimmt man seinen Kühlschrank ja nicht mit in die Stadt, aber sein Portemonnaie schon.

Wie Christel Grannemann-Bülte, Koordinatorin der Stadt für die Generation 50+, betont, soll die Werbetrommel für die Notfalldose bei Veranstaltungen in naher Zukunft weiter gerührt werden. Beim Flohmarkt zum Start der Sommerferien will man darüber informieren, ebenso wie beim Blaulichttag am 2. Juni. Auch Apotheken, Firmen und andere Institutionen wie der Lions Club haben bereits Interesse bekundet. Großer Vorteil der Notfalldose, wie auch auf der Internetseite www.notfalldose.de nachzulesen ist: Keine Elektronik, die streiken kann, keine Batterien und sämtliche „Updates“ können einfach mit dem Kugelschreiber eingepflegt werden. In Zeiten der Zunahme von Ein- oder Zweipersonenhaushalten kann die Notfalldose einen wichtigen Beitrag zur Lebensrettung beitragen und sollte in keiner Kühlschranktür fehlen.

Vertreter der Stadt, Rettungs- und Hilfeorganisationen und des Seniorenbeirats zeigen die Notfalldose, die für 2 Euro im Bürgerbüro der Stadt Rinteln in der Klosterstraße 20 erhältlich ist.

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