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Wieder geöffnet: Heimatstube Exten – Museum für Dorfkultur

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Am Sonntag, dem 18. Mai 2014 war es endlich soweit, die Heimatstube Exten ist nun ein Museum für Dorfkultur. Durchaus ein Prestigeobjekt, denn nicht viele Dörfer können auf ein eigenes Museum verweisen.

Um diese besondere Wandlung zu unterstreichen, wurde der internationale Museumstag für die Eröffnung ganz bewusst gewählt. Fast fünf Jahre nahmen die Vorbereitungen und Arbeiten in Anspruch.

Die Einrichtung der Heimatstube Exten im Jahre 1973 geht auf die Initiative des damaligen Bürgermeisters Heinz Maack zurück. In zwei Klassenräumen der ehemaligen Schule haben das Dorfarchiv und zahlreiche Exponate ihren Platz gefunden. Im Laufe der Zeit stieg die Zahl der Ausstellungstücke jedoch auf etwa 4000 und die Räume wurden zwangsläufig unübersichtlich.

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Schließlich trat im Jahre 2010 die aus Exten stammende Carolin Krämer mit einer Idee an den Heimatverein Exten heran, aus der sich das Projekt entwickelte. Im Rahmen des Masterstudiengangs „Museum und Ausstellung“ der Universität Oldenburg begann Frau Krämer mit ihren Kommilitonen und vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ein Laienmuseum in ein wissenschaftliches Museum zu überführen.

Die feierliche Eröffnung begann mit der Begrüßung und einer kurzen Ansprache durch den Vorsitzenden des Heimatvereins Exten, Dipl.-Ing. Horst Vöge. Er bedankte sich noch einmal herzlich bei den Studenten und Helfern, aber auch bei den finanziellen Unterstützern.
Denn gerade die Finanzierung von über 50.000 Euro war zwischenzeitlich problematisch, nachdem sich das Land Niedersachsen von einer anfänglich zugesagten Förderung wieder zurückgezogen hatte.

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Glücklicherweise konnte die Lücke durch finanzielle Hilfen der Stadt Rinteln, der Firma Wesergold, dem Schaumburger Land sowie von Privatpersonen geschlossen werden.

Besonders hob der Vorsitzende die Kooperation mit dem Institut für materielle Kultur der Universität Oldenburg hervor. Auch von Dr. Beate Bollmann, Dozentin an der Universität Oldenburg, wurde diese sehr positiv bewertet.
Bevor Carolin Krämer die wissenschaftliche Arbeit und die Philosophie des Museums vorstellte, richteten der Rintelner Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und der Extener Ortsbürgermeister Thorsten Kretzer einige Worte an die Gäste.

Von der Philosophie kann sich jeder Besucher selbst ein Bild machen, wenn er das Museum betritt.
Es ist hell, trotz der der Rollos, die heruntergelassen sind. Damit die Exponate keinen Schaden nehmen, werden sie so vor den UV-Strahlen der Sonne geschützt. Um Temperaturschwankungen zu vermeiden sind die Räume klimatisiert.

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Die Wände und Vitrinen sind weiß. Sehr dezent, aber dennoch tonangebend zeigen sich die gelben Bilderrahmen und Textbanner, die eine visuelle Führung durch die Ausstellung übernehmen. Darüber hinaus schlagen insbesondere die Farbrahmen eine Brücke zwischen den Ausstellungsstücken und der Architektur der Räume. Ein gelber Rahmen steht nun auch als Symbol für das Museum.

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Die 1668 ausgestellten Objekte sind inventarisiert worden und sorgfältig aufgelistet. Etwa 300 weitere Objekte befinden sich in einem Depot auf dem Rittergut. Die Themenbereiche sind breit gefächert. Die Ausstellung spiegelt das alltägliche Leben eines ganzen Dorfes in vergangenen Zeiten wider. Historische Stücke aus Handwerk, Industrie, Kunst und Kultur lassen sich ebenso finden, wie Einblicke in damalige Herrschafts- und Arbeitsverhältnisse.

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In der neuen Heimatstube befindet sich nun auch ein Arbeitsplatz mit Computer. Er dient den Besuchern zu Recherchen, sie können dort gezielt nach Ausstellungsstücken oder Schlagworten suchen. In naher Zukunft werden die Daten durch das Dorfarchiv ergänzt, welches dafür noch gesichtet und digitalisiert werden muss.

Das Museum lädt zum Stöbern, zum Entdecken und auch zum Anfassen ein. Dies betonte Carolin Krämer ausdrücklich in ihrer Rede, bevor das Band um 11:10 Uhr von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz durchtrennt und die Heimatstube Exten – Museum für Dorfkultur offiziell eröffnet wurde. Sie zitierte in diesem Zusammenhang den Satz: „Ein Museum ohne Besucher ist ein Friedhof für Dinge.“
Um dem gerecht zu werden, ist die neue Heimatstube jeden 1. und 3. Sonntag eines Monats von 10:00 bis 12:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Besuche außerhalb dieser Zeiten sind nach Vereinbarung möglich.
Weitere Informationen sind unter http://www.heimatverein-exten.de zu finden.

Text: Dirk Wegener
Fotos: Mike van Doorn

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