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„Wir gehen mit voran“: Einzelhändler und Mitarbeiter mit erneutem Hilferuf

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(Rinteln) „Wir gehen mit voran!“ – unter diesem Motto machten heute einige Rintelner Einzelhändler erneut auf ihre Lage im Lockdown aufmerksam. Nach „Wir machen aufmerksam“ (wir berichteten) ist es der wiederholte Hilferuf der Branche und die bundesweite Botschaft an die Politik, den Verkauf im Einzelhandel wieder zu erlauben.

Das Team von „Schuh-Peters“ (hinten: Ulrich und Claudia Döpke) beteiligte sich an der Protest-Aktion.

„Unsere Mitarbeiter und wir gehen mit, bei der Bekämpfung des Virus, beim Home-Schooling der Schulkinder, beim Schutz der Großeltern, dennoch sind wir und unsere Mitarbeiter der Meinung, dass die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung nicht greifen“, sagt Schuh-Peters-Inhaberin Claudia Döpke, „einen großen Teil des Einzelhandels einfach kalt zu stellen und nicht entsprechend und anständig zu entschädigen für dieses Berufsverbot, kann keine Lösung sein.“

Jens Maack (Mitte), Betten-Maack-Inhaber, und seine Mitarbeiter.

„Die große Frage ist, wann wir wieder öffnen dürfen?!“ (Claudia Döpke, Schuh-Peters)

„Ganz im Gegenteil, man unterstellt uns, nicht Schritt zu halten mit dem E-Commerce der modernen Online-Welt, dabei hat der Einzelhandel eine besondere Stellung für die Innenstadt-Belebung und für die zwischenmenschlichen Beziehungen, denn auch das gehört zu einem gesunden Leben dazu“, so Döpke in einer entsprechenden Presseinformation, „wir leben von der Beratung und dem persönlichen Kontakt zu unseren Kunden“. Sie verrät weiterhin, dass sie seit fast einem Jahr einen kleinen Onlineshop betreibt, der allerdings beim Google-Ranking nicht sehr weit vorne mitspielt: „Wir können uns nur selbst helfen durch eine baldige Öffnung unserer Geschäfte, ansonsten leiden nicht nur wir, die wir die volle Verantwortung und das Risiko unserer Selbstständigkeit tragen, sondern auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darunter.“

Wartet wie ihre Branchenkollegen auf eine Öffnungsperspektive: Silvia Bräuer von der „Spielzeuginsel“.

Claudia und Ehemann Ulrich sind traurig über diese Situation, wie sie sagen: „In den Großraumbüros der gewerblichen Betriebe und in den Produktionshallen wird nach wie vor mit vielen Mitarbeitern auf engem Raum gearbeitet, auch die Mitarbeiter in den Auslieferungslagern großer Versender wurden nicht mit einem Arbeitsverbot belegt. Durch die Anschaffung der für die Hygieneauflagen erforderlichen Schutzmaßnahmen, Beschilderung für Abstandhaltung und die Höchst-Personenzahl-Angabe, Plexiglas an den Kassen, Desinfektionsmittel und Mund-Nasen-Schutz, haben wir bewiesen, dass wir genauso gut wie die Supermärkte alle Maßnahmen erfüllen können. Zumal die Supermärkte jetzt all das verkaufen, was die Kunden in der Innenstadt kaufen könnten. Durch eine gleichberechtigte Öffnung der Geschäfte würde sich auch das Einkaufsverhalten in den großen Discountern und Supermärkten entzerren.“

Die Wintermode wurde in Kartons gepackt und kann bald nicht mehr verkauft werden: Nicole Tiefensee („medea“) beteiligte sich ebenfalls an der Protestaktion.

Die beste Lösung, so sind sich alle einig, ist eine baldige Erlaubnis zur Öffnung der Geschäfte. Oder eine „faire, schnelle und unkomplizierte Entschädigung“, wie Döpke betont: „Es eilt, die Frühjahrsware steht praktisch schon vor der Tür, die Lieferanten wollen ausliefern, die Ware muss abgenommen werden und mit den Schuhen kommt auch mit jeder Lieferung eine Rechnung.“

Wie viele andere Geschäfte ist auch die Parfümerie Koulen vom Lockdown betroffen und hat setzt auf telefonische Beratung und Bestellung.

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