(Rinteln) Es gab Jahre in Rinteln, in denen der Verschönerungsverein den schönsten Blumenschmuck prämierte und auch in die Vorgärten einen fachkundigen Blick warf.
Besonders am Rintelner Marktplatz, quasi im Herzen der Altstadt, quollen die Blumenkästen regelrecht über und jeder wollte noch eine Schippe oben drauflegen. Das ergab ein blumenreiches, buntes Bild auf dem Marktplatz. Die Zeiten sind jedoch vorbei und auch Gespräche mit den Hauseigentümern brachten keinen Erfolg.

Jetzt reagierte die Stadt Rinteln darauf und legte ein Kooperationsprojekt auf, an dem sich der Verschönerungsverein Rinteln, der Stadtmarketingverein Pro Rinteln und die Stadt selbst beteiligen. An den zehn Laternen des Marktplatzes werden nach der Maimesse Blumenampeln installiert, die dann mit vorgezogenen Blühpflanzen bestückt werden. Pro Rinteln übernimmt 1.000 Euro, der Verschönerungsverein beteiligt sich mit 1.500 Euro und die Stadt mit 200 Euro sowie der Zusage, sich um die Pflege zu kümmern.

Bunt bepflanzte Baumscheiben
Bunt soll es auch im Rahmen der Aktion „Hier blüht Euch was“ werden. Maria Rollinger vom NABU Rinteln testet gerade in der Klosterstraße am Naturpavillon, welche Pflanzen sich in den Baumscheiben um die Straßenbäume herum eignen.
Auch in der Weserstraße pflanzte Rollinger in Zusammenarbeit mit einem Geschäftsbetrieb Frühblüher an einer solchen Baumscheibe. Die Pflege übernimmt das Geschäft. In diesem Zusammenhang weist die Stadt Rinteln darauf hin, dass Interessenten für die Pflege der Baumscheiben in der Innenstadt gesucht werden und diese sich bei Josefine-Kassandra Wahl als Sachbearbeiterin Kommunaler Natur-, Umwelt- und Klimaschutz wenden können.
Der Mistel geht es an den Kragen
Dagegen soll gegen den massiven Mistelbefall an städtischen Bäumen vorgegangen werden. Die Misteln stehen – anders als manchmal irrig angenommen wird – in Deutschland nicht unter Naturschutz und können zur Baumpflege, besonders auf Streuobstwiesen, ganzjährig entfernt werden.
Da sie Halbschmarotzer sind und Bäume schwächen, ist das Entfernen zum Schutz der Wirtsbäume empfohlen. Gewerbliches Sammeln erfordert allerdings eine Genehmigung. Die Stadt Rinteln sieht besonders unter dem Gedanken der Prävention eine Entfernung von Misteln an Bäumen als wichtig an.

An 97 städtischen Bäumen ist ein Befall bereits erkannt und ganz besonders kann man das erkennen an den Pappeln am Heinekamp. Am Ende, so Bürgermeisterin Andrea Lange, bliebe nur die Alternative von Baumfällungen, wenn die Bäume durch die Mistel so geschwächt sind, dass sie keine Überlebenschance haben.
(Text: ot, Fotos: vu)



























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