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Zukunft der „Generationenparks“? Rintelner Ortsrat pocht auf öffentliche Pflanzflächen

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(Rinteln) Über zwei Jahrzehnte lang ist es eine gelebte Tradition: Seit 2004 haben Eltern in Rinteln die Möglichkeit, zur Geburt ihres Kindes einen Apfelbaum in einem der „Generationenparks“ zu pflanzen.

Was mit 30 Bäumen pro Jahr begann, ist mittlerweile zu einem beachtlichen Bestand von über 630 Bäumen an der Kasseler Straße und am Heinekamp angewachsen. Doch nun sorgt ein Vorstoß der Verwaltung für Diskussionsstoff: Wegen akuter Flächenknappheit sollen öffentliche Pflanzungen künftig drastisch eingeschränkt werden.

Apfelbäume am ersten Generationenpark an der Kasseler Straße. (Archivfoto)

Privatgarten statt öffentlicher Park?

Die Verwaltung schlug dem Ortsrat eine Neuausrichtung des Erfolgsprojekts vor. Kernpunkte der Vorlage:

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Privatisierung: Bäume sollen künftig verstärkt auf Privatgrundstücken gepflanzt werden.
Familienbäume: Bei mehreren Kindern soll ein gemeinsamer Baum möglich sein.
Flächenstopp: Sobald die Areale am Heinekamp voll besetzt sind, stünden keine weiteren öffentlichen Flächen mehr zur Verfügung.

Kritik an „sozialer Schieflage“

Besonders das drohende Ende öffentlicher Pflanzflächen stieß im Ortsrat auf massiven Widerstand. Matthias Wehrung (CDU) warnte vor einer sozialen Benachteiligung: Familien ohne Eigenheim blieben bei diesem Modell auf der Strecke. Prof. Dr. Gert Armin Neuhäuser (RI) spitzte die Debatte pointiert zu: Angesichts einer Eigenheimquote von etwa 50 Prozent erinnere der Verweis auf private Gärten an das (fälschlich) Marie-Antoinette zugeschriebene Zitat: „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.“

Auch das neuere Areal, das direkt an den Seetorfriedhof angrenzt, ist „voll“.

Effizienz und Flächensuche im Fokus

Neben der Standortfrage gerieten auch die Kosten ins Visier. Während Eltern einen Eigenanteil von 35 Euro leisten, schlägt jeder Baum im städtischen Haushalt mit weiteren 176 Euro zu Buche – ein Wert, den Neuhäuser als deutlich zu hoch kritisierte.

Auch die Argumentation der Flächenknappheit ließen die Mandatsträger nicht gelten. Kay Steding (CDU) verwies auf das städtische Informationssystem (GIS), das zahlreiche verfügbare Flächen im Stadtbesitz ausweise: „Es muss möglich sein, hier geeignete Areale für unsere Baumpflanzaktionen zu finden.“ Stephan Jacob (Grüne) forderte zudem mehr Transparenz und Verlässlichkeit in der Sachdarstellung der Verwaltung und fragte: „Ist denn jetzt kein Platz mehr zu finden, oder doch?“

In den letzten Jahren wurde am Heinekamp gepflanzt, doch auch hier geht der Platz aus.

Der Kompromiss: Mehr Optionen, aber kein Verzicht

Der Ortsrat sendete am Ende ein klares Signal: Die Verwaltungsvorlage wurde in ihrer ursprünglichen Form abgelehnt. Zwar begrüßen die Politiker die zusätzliche Option, Bäume auf Privatgrundstücken zu setzen oder Familienbäume zu pflanzen, doch der Fokus bleibt klar: Die Stadt muss weiterhin öffentliche Flächen – wie etwa am Saakschen Weg (Vorschlag von Prof. Dr. Gert Armin Neuhäuser) – bereitstellen, damit die Tradition für alle Rintelner Bürgerinnen und Bürger zugänglich bleibt.

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Eine Biene auf einer Apfelblüte am Generationenpark Kasseler Straße.

Kurz und knapp: Was ändert sich? Der Ortsrat befürwortet zwar die Flexibilisierung des Programms (Privatpflanzungen und Familienbäume), verpflichtet die Verwaltung jedoch dazu, aktiv nach neuen öffentlichen Standorten zu suchen, statt das Projekt im öffentlichen Raum auslaufen zu lassen.

(Text: ot, Fotos: vu)

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