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Eindrucksvolle Baumsorte: Süntelbuchen in Rinteln gepflanzt

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(Rinteln) Mitten im Schlingpark in der Rintelner Nordstadt haben Mitarbeiter des städtischen Bau- und Betriebshofs ein großes Loch ausgehoben und eine rund drei Meter hohe Süntelbuche gepflanzt.

Wie Barbara Wiebusch vom Naturpark Westliches Weserbergland bei einem Pflanztermin vor Ort mitteilte, handelt es sich bei den Bäumen mit dem eigentümlichen Wuchs um eine regionale Spezialität mit Hauptvorkommen im Deister und dem namensgebenden Süntel. Ihre verdrehte und bizarre Wachstumsweise bietet Betrachtern ein Schauspiel für die Augen. Bekannt ist die Süntelbuchenallee als Attraktion in der Kurstadt Bad Nenndorf. Doch der auffallende Wuchs, mehr in die Breite als in die Höhe, hat auch seine Schattenseiten. Bäume bekommen im fortgeschrittenen Alter oft Probleme mit der Statik. Schwere Äste brechen ab oder führen zu Rissen im Baumgebilde. Das macht Pilzen und Krankheiten das Eindringen einfacher. Süntelbuchen werden in der Regel nicht älter als 160-180 Jahre und galten gegen Ende des 19. Jahrhunderts fast als ausgerottet. Da sie weder zum Bau noch zum Verfeuern genutzt werden konnten, belegte man die Bäume schnell mit dem Spitznamen „Hexenholz“. Doch die Familie des legendären Lügenbarons von Münchhausen hat den Baum geliebt und für seine Erhaltung gesorgt. Heute kümmert sich der Freundeskreis Süntelbuchen in Bad Münder um den Fortbestand dieser Rotbuchen-Art.

Von links: Die Bauhof-Mitarbeiter Christian Aldag und André Pielemeier, Bauhof-Leiter Klaus-Ulrich Hartmann, Cordula Lüdtke-Dommel vom Tiefbau- und Umweltamt der Stadt Rinteln, Barbara Wiebusch vom Naturpark Westliches Weserbergland.

Und ab sofort auch Rinteln. Neben dem Exemplar im Schlingpark wurde eine weitere Süntelbuche am Alten Hafen gepflanzt, sowie zwei weitere Bäume am Generationenpark in der Südstadt und eine in Möllenbeck. Eine Unterflurverankerung hält den Baum dabei in Position, bis er stabile Wurzeln ausgebildet hat. Die Süntelbuche im Schlingpark schätzt Bauhof-Leiter Klaus-Ulrich Hartmann auf mindestens zehn Jahre.

Aufgrund der geringen Nachfrage und des langsamen Wuchses hätten Baumschulen diese kaum im Angebot. Bei der Baumschule Bruns in der Nähe von Oldenburg war man fündig geworden und transportierte das interessante Gewächs in die Weserstadt. Die morschen Zuckerahorne am Rande des Schlingparks, die im Januar diesen Jahres gefällt werden mussten, wurden übrigens durch Nachpflanzungen ersetzt. Auf Höhe der Tankstelle wurde ein Zierapfel gepflanzt, auf Höhe des Kinos eine ungarische Eiche. Ursprünglich in wärmeren Regionen beheimatet, sind diese Bäume besser auf trockene und warme Sommer vorbereitet, wie wir sie in der Vergangenheit schon öfter erlebt haben.

Die ungarische Eiche beeindruckt mit einem attraktiven Blattwuchs und verkraftet trockene, heiße Sommer besser.

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