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„Fünf vor zwölf“: Ortsbrandmeister sieht Zukunft der Feuerwehr Ahe in Gefahr

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(Ahe) Die „Alten“ sind die „Neuen“: Auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Ahe wurde diesmal eine Reihe von Wahlen durchgeführt. Dabei wurden vier bereits aktive Amtsträger in ihren Ämtern bestätigt. So auch der „Chef“, Ortsbrandmeister Reinhard Möller. Er wird die Geschicke für weitere sechs Jahre leiten.

Ebenfalls für eine erneute, dreijährige Amtsperiode verlängert haben Katja-Mia Homberg-Wulf als Jugendfeuerwehrwartin, Jörg Kriehn als Atemschutzgerätewart und Jörg Plenert als Gerätewart.

Ortsbrandmeister Reinhard Möller (li.) und „Feuerwehrmann des Jahres“, Jörg Plenert.

Jörg Plenert wurde eine weitere Ehre zuteil. Wieder einmal wurde er als Feuerwehrmann des Jahres ausgezeichnet, leistete 181 Dienststunden, zeigte bei jedem Einsatz Präsenz und fehlte auch bei kaum einem Dienst. Für 40 Jahre Fördermitgliedschaft wurden Heino Stemme und Martin Baum ausgezeichnet.

19-Mal musste die Ortsfeuerwehr Ahe im vergangenen Jahr ausrücken. „Für eine kleine Ortsfeuerwehr mit Grundausstattung ein hohes Einsatzaufkommen“, so das Zwischenfazit im Jahresbericht. Die sechs Auslösungen einer Brandmeldeanlage stellten sich allesamt als Fehlalarme heraus. Der Flächenbrand auf einem Stoppelfeld im Sommer machte deutlich, dass eine Ortsfeuerwehr mit Grundausstattung in so einem Fall relativ machtlos sei, so Ortsbrandmeister Möller. Dank der Unterstützung von Landwirten, die mit Grubbern eingeschritten waren, konnte ein Ausbreiten der Flammen auf ein angrenzendes Weizenfeld verhindert werden. Ortsfeuerwehren mit wasserführenden Fahrzeugen wurden zu Hilfe alarmiert.

Alarmierende Worte auch in Sachen Einsatzstärke. Die Mitgliederzahl (aktuell 16 Aktive) liege schon seit Jahren unter der laut Gesetz geforderten Mindeststärke. Eine Jugend- oder Kinderfeuerwehr gebe es faktisch schon seit längerem nicht mehr. Einerseits mangele es an Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren und andererseits am Interesse der im Ort vorhandenen. Als man vor einigen Jahren eine Kinderfeuerwehr ins Leben rufen wollte, bestand bei allen angefragten Haushalten nur innerhalb einer Familie Interesse zur Teilnahme an einem Schnupperdienst. Beim Tag der offenen Tür vor einigen Jahren sei das Interesse so gering gewesen, dass sich vorbeikommende Radfahrer hätten mit der Drehleiter über die Dächer von Ahe fahren lassen können.

So stellte sich Ortsbrandmeister Reinhard Möller die Frage, was die Feuerwehr unternehmen müsse, um das Interesse junger Mitbürger oder neu zugezogener Mitbürger an der Ortsfeuerwehr zu wecken. Ohne Zuwachs im aktiven Bereich sei ein Feuerschutz für die Bewohner von Kohlenstädt, der Neelhofsiedlung und Ahe nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet. Auch sei die Zukunft der gesamten Ortsfeuerwehr in Gefahr: „Es ist fünf vor zwölf.“

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