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RCV feiert in Todenmann: „Ist die Halle noch so klein, Karneval muss einfach sein“

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(Todenmann) Die Närrinnen und Narrhalesen des Rintelner Carnevalsvereins (RCV) sind durch den Wegfall des Brückentorsaals als Veranstaltungsstätte arg gebeutelt. Doch das heimische Urgestein des Frohsinns gibt sich nicht so leicht geschlagen. Die Mehrzweckhalle in Todenmann diente den Karnevalisten (zumindest in dieser Saison) als Übergangslösung.

Der Elferrat samt Tanzgarde und Dreigestirn vereint auf der Bühne.

Dabei verlief die Organisation der großen Karnevalsparty nicht ohne erschwerte Bedingungen. Am Donnerstag vor der Prunksitzung richteten zahlreiche helfende Hände die Halle im Kirschendorf für den närrischen Ansturm her und transportierten Stühle samt Mobiliar aus dem Brückentorsaal ins Kirschendorf. Bis zur Party am Samstagabend waren so 541,5 ehrenamtliche Stunden an Arbeit durch das Team des RCV geleistet worden, rechnete der Vereinsvorsitzende Sebastian Westphal schließlich vor und bedankte sich namentlich bei den fleißigen Mitgliedern.

Den veränderten Platzbedingungen zollte man auch mit einer geschrumpften Besucherzahl Tribut: Mehr als 199 Feierwillige sind in der Mehrzweckhalle nämlich nicht zugelassen, was den Verein auch finanziell vor große Probleme stellt (wir berichteten). Auch der Elferrat war im wahrsten Sinne des Wortes „zwiegespalten“. So saß aufgrund des Bühnenaufbaus ein Teil des Festkommitees links von der Bühne, der Rest nahm auf der rechten Seite Platz. Das regierende Dreigestirn, bestehend aus Kanzlerin Anja von Hessen-Schaumburg, Fürstin Jasmin von der Achumer Wiese und Tillin Annette Hinze begrüßte ihr Publikum.

Der „halbe Elferrat“ nahm auf der einen Bühnenseite Platz.

Auch Elferratspräsident Hans-Hermann Stöckl prophezeite in seiner Ansprache, gehe es nach dem Bürgermeister und der Ratsmehrheit, so werde man wohl keine neue Stadthalle bekommen: „Auetal, Extertal, Kalletal und ein paar bayerische Dörfer haben keine und Rinteln wird auch keine haben. Ist das nicht prima.“ Es rieche nicht „brandheiß und gefährlich“, sondern nach „Moder und kleinstädtischem Mief“, „unsere Provinzpolitiker haben Theater im Rat und können sich nicht vorstellen, dass man auch außerhalb des Rates Theater machen kann“, machte Stöckl unter Beifall weiter.

Adel verpflichtet: Kanzlerin Anja bat zum Tanz.

In seiner Büttenrede stellte sich „Hausmeister“ Jörg Riechert als neue Kraft in der Mehrzweckhalle vor. Man habe ihm seinen bisherigen Arbeitsplatz, den Brückentorsaal, genommen – es sei wohl nichts mehr zu retten. Doch in Rinteln „wird eine neue Stadthalle gebraucht, dem Brückentor gehört neues Leben eingehaucht“, so das eindeutige Plädoyer. Der Bürgerentscheid sei „in die Hose gegangen“, statt sachlich zu diskutieren, habe man den „Gegner diskreditiert“. Die Ausweichmöglichkeiten auf andere Orte sah auch der Hausmeister angesichts der Besucher-Höchstgrenze als nicht optimal an. Doch auch hier griff wieder das allumfassende Motto der diesjährigen Session: „Ist die Halle noch so klein, Karneval muss einfach sein“.

Die Stimmung unter den Gästen war bereits früh am Abend ausgelassen und fröhlich.
Nicht die einzige Stimmungskanone des Abends: Dominik Glaser zog das Publikum bereits früh am Abend in seinen Bann.

Der stimmungsvolle Abend wurde durch ein musikalisches Unterhaltungsprogramm eingerahmt. Dominik Glaser steigerte „das Bruttosozialprodukt“ bereits früh am Abend, schwärmte von „Anita“ und sang von Bühne bis Tisch auf nahezu jeder Oberfläche, die sich anbot. Tillin Annette Hinze bewies ihre Beweglichkeit als Burlesque-Tänzerin, trainiert von Basia Ferber-Kensitzki (alias Selada) und natürlich durften auch Auftritte der Tanzmariechen, Fürstengarde, der ewig eleganten Klosterelfen und des Travestie-Künstlers Maria Crohn nicht fehlen, um die Karnevalssession auch in diesem Jahr zu einem Höhepunkt zu machen.

Dürfen auf keiner Karnevalsparty fehlen: Die Herren von den „Klosterelfen“ samt Trainerinnen.

Bildergalerie: Große Karnevalsparty des RCV in der Mehrzweckhalle Todenmann

 

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