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Reinhold-Tüxen-Preis 2015 an Prof. Dr. Hartmut Dierschke verliehen

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Bürgermeister Thomas Priemer zeichnete Prof. Dr. Hartmut Dierschke im Ratskeller mit dem Reinhold Tüxen Preis aus.

Der Preis, zum Andenken an den Ehrenbürger der Stadt Rinteln, Prof. Drs. h. c. mult. Reinhold Tüxen mit 5.000 Euro dotiert, wurde in diesem Jahr zum 12. Mal an Persönlichkeiten verliehen, die Hervorragendes in Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Vegetationskunde im In- und Ausland geleistet haben.

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(Von links) Der Preisträger Prof. Dr. Hartmut Dierschke und Bürgermeister Thomas Priemer bei der Verleihung des Reinhold-Tüxen-Preises 2015. (Foto: privat)

Der Reinhold Tüxen Preis ist der bislang einzige Wissenschaftspreis, der ausschließlich an Persönlichkeiten aus den ökologisch-vegetationskundlichen Disziplinen verliehen wird und deshalb auch international große Beachtung findet und wurde seit 1987 alle zwei Jahre und seit 2000 alle drei Jahre vergeben.

Reinhold Tüxen, 1899 in Ulsnis geboren und im ländlichen Norden Schleswig-Holsteins aufgewachsen, beschäftigte sich schon als Kind mit der Natur seiner dörflichen Umgebung. Diese kindliche Prägung stand am Anfang seiner Karriere als Wissenschaftler, die ihn zum Vorreiter der Pflanzensoziologie werden ließ.

In Heidelberg studierte er Chemie, Botanik und Geologie, später Pflanzensoziologie in Montpellier und Zürich. Ein bewegtes Leben und viele Karrierestationen begleiteten Tüxen auf seinem Weg, so bereitete er den Weg für die Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie.

1963 zog er nach Todenmann und organisierte seit 1965 jährliche internationale Symposien zum Thema Pflanzensoziologie. Durch die Teilnahme bekannter internationaler Wissenschaftler wurde Rinteln als wissenschaftlicher Tagungsort bekannt. 1979 wurde Reinhold Tüxen zum ersten und bis heute einzigen Ehrenbürger der Stadt Rinteln ernannt. Er verstarb 1980 und wurde in Todenmann beigesetzt.

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Zuvor erfolgte der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Rinteln. (Foto: privat)

Der Preisträger 2015, Prof. Dr. Hartmut Dierschke, arbeitete von 1966 bis 1968 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Reinhold Tüxen in Todenmann. Von 1977 bis 2004 leitete er als erster Vorsitzender die von Tüxen gegründete floristische-soziologische Arbeitsgemeinschaft und gab die Jahresbände ihrer Publikation namens „Tuxenia“ heraus. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Vegetation Mitteleuropas. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen fanden ihre Anerkennung der Arbeit in über 180 Veröffentlichungen, darunter auch die 1994 erschienene Pflanzensoziologie „Grundlagen und Methoden“ sowie das 2002 zusammen mit Georg Briemle herausgegebene Werk „Kulturgrasland – Wiesen, Weiden und verwandte Staudenfluren“. Neben seiner eigentlichen wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet Dierschke auch heute noch aktiv für den Umweltschutz.

Bei der Preisverleihung an Prof. Dr. Dierschke, der sich ins Goldene Buch der Stadt Rinteln eintragen konnte, unterstrich an vielen Beispielen den ökologischen Gedanken innerhalb Rintelns. Dazu zählten beispielsweise die Hundertschaften an Apfelbäumen, die in bester Tradition am Generationenpark wachsen und die Begrünung durch die Mitarbeiter des Bau und Betriebshofs der Stadt Rinteln. Das nächste Symposium findet übrigens 2018 statt – also in drei Jahren. Bis dahin wird sich in der Natur einiges ändern, denn, so Dierschke: Der direkte Eingriff des Menschen verändere die Landschaft schneller als der Klimawandel. Auch wenn die Veränderungen erst oft im Nachinein sichtbar würden.

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(Foto: privat)

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