(Rinteln) Im Museum wird der Platz knapp. Auch wenn es in den Ausstellungräumen zunächst nicht zu bemerken ist, hat Museumsleiter Dr. Stefan Meyer klare Worte für die Raumsituation im Museum: „Katastrophal.“
Die Enge ist nicht neu, weiß Meyer. Bereits bei der Neueröffnung vor 20 Jahren herrschte hinter den Kulissen drangvolle Enge. Mit Improvisation und Phantasie konnte man die Situation trotzdem immer noch irgendwie in den Griff bekommen. Jetzt aber bringen neue Brandschutzauflagen „das Fass zum Überlaufen“, fürchtet Meyer. Durch neue Feuerschutztüren, die hinter den massiven, alten Holztüren montiert werden, schrumpft der Eingangsbereich. Zusätzliche Türen für Rettungswege sind notwendig, eine netzunabhängige Treppenhaus-Notbeleuchtung wurde schon installiert.

Sorgen bereitet Meyer auch die Sperrung des einzigen Werkraums im Keller. Handwerkliche Vorbereitungen für künftige Ausstellungen werden so erschwert. Hinzu kommt: Den Mehrzweckraum, im dritten Obergeschoss, der für Vorträge und das Erzählcafé genutzt wird, dürfen in Zukunft nicht mehr als 20 Personen betreten. Zieht man also die Museumsleitung und mindestens eine vortragende Person ab, dürfen nur noch höchstens 18 Besucher an den Veranstaltungen teilnehmen. Unklar ist, ob Gäste bei größerem Interesse abgewiesen werden müssen, oder ob sie der Veranstaltung im Flur beiwohnen können.
Der Ausstellungsbereich Weserbrücken und Hochwasser muss geräumt werden, um Lagerungsreserven im Haus zu schaffen. Grund hierfür ist, dass im Gebäude selbst Abseiten und kleine Dachkammern, die bisher bis in den letzten Winkel genutzt wurden, auf feuerpolizeilichen Gründen freigemacht werden müssen. Hier würden jedoch wertvolle und empfindliche Sammlungsteile wie Gemälde oder Nachlässe lagern, die nicht im Außenmagazin gelagert werden können. Die Hoffnung sei jetzt, dass die benachbarte Kreisjugendmusikschule, die ebenfalls unter großer Raumnot und der Verteilung auf verschiedene Standorte in der Stadt leide, einen neuen, für ihre Belange geeigneteren Standort findet. Wenn dann noch möglicherweise die Stadtbücherei neue Räumlichkeiten beziehen würde, könnte dies zur Entspannung der Platzsituation beitragen. Bis dahin bleibt es eng.