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Jahresbericht 2018 vorgestellt: 12 Millionen Minus / Klinikum sucht 50 Pflegefach- und Intensivfachkräfte

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(Obernkirchen) Der Jahresbericht des Klinikums Schaumburg liegt vor. Ganz so gut sieht er nicht aus, so Diana Fortmann, Geschäftsführerin und Marko Ellerhoff, neuer Geschäftsführer: „Leider haben wir einen Jahresfehlbetrag von zwölf Millionen Euro. Da ist noch Luft nach oben. Wir haben das Ziel, uns in zwei Jahren vernünftig wirtschaftlich aufzustellen. Wir erhoffen uns auch eine größere Bettenbelegung. Wir könnten 35.000 Patienten versorgen. Im letzten Jahr hatten wir 18.000 stationäre und 30.000 ambulante Patienten. Knapp 700 Babys haben bei uns das Licht der Welt erblickt. 360 Betten haben wir zurzeit und 440 Planbetten können wir, wenn wir genug Personal hätten, versorgen. Deswegen suchen wir 50 Stellen in der Krankenpflege in Vollzeit, damit wir das Leistungsangebot erweitern können. Unser Motto für die Zukunft: Alles unter einem Dach. Das können wir mit einem modernen Neubau und mit 15 Fachabteilungen nun erbringen.“

Doch bei vielen Patienten scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben, analysiert Fortmann. Denn eine Markt-Umfeldanalyse habe ergeben, dass man den „Kernmarkt“ – also Rinteln, Bückeburg, Obernkirchen und Stadthagen – nur zu 40 Prozent ausschöpfe. „Da ist noch viel Luft nach oben“, zeigen sich Ellerhoff und Fortmann aber optimistisch.

Im patientennahen Bereich (Ärzte, Pfleger, Funktionsdienst) wurden 50 Vollstellen allein im zweiten Halbjahr 2018 neu geschaffen. Damit erklärt Fortmann auch den extrem hohen Verlust im letzten Jahr. Man habe zu viel Personal bei zu wenig Patienten. Die Geschäftsführung hat nach dem ersten Halbjahr 2018, das ebenfalls deutlich schlechter als erwartet gelaufen war, nachgesteuert und mehr Personal angeheuert. So wollte man auch in Zukunft mehr Patienten behandeln können. Allerdings blieb die Zahl der Patienten und die Schwere der behandelten Fälle, die gemeinsam betrachtet als sogenannte „Case-Mix-Punkte“ (CMP) abgerechnet werden, deutlich unter der Erwartung.

Die Geschäftsführer des Klinikums Schaumburg, Diana Fortmann (li.) und Marko Ellerhoff.

Der Konzern Agaplesion steht hinter dem Klinikum Schaumburg und sieht die anfänglichen Schwierigkeiten aber auch die positive Zukunftsarbeit, so Ellerhoff. Das Klinikum verstehe das Jahr 2018 bewusst als Etablierungs- und Investitionsphase. Fast 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich täglich für die Gesundheitsversorgung. Das Klinikum ist seit Dezember 2018 auch als Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster anerkannt und investiert umfangreich in Aus- und Fortbildung u.a. mit einer eigenen Gesundheits- und Krankenpflegeschule mit 70 Plätzen.

Das Klinikum Schaumburg ist nun auch ein zertifiziertes Brustzentrum das den „Claudia von Schilling Preis“ erhalten hat. Bei diesem Projekt arbeiten Mediziner und Wissenschaftler aus sieben Kliniken in Hannover und Umgebung daran, die Grundlagen zur Verbesserung der Brustkrebs-Diagnose und –Therapie zu schaffen.

Einig sind sich Diana Fortmann und Marko Ellerhoff, dass es mit einer Fortsetzung der qualitativ hochwertigen Versorgung und Nutzung der architektonischen, strukturellen und marktstrategischen Potenziale gelingen wird, die regionale Erfolgsgeschichte auch mit wirtschaftlichen Erfolgskennzahlen zu untermauern. (sh/Fotos: sh)

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