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Planfall 33: Bahn hat gar kein Interesse an Güterstrecke durchs Weserbergland

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Interessante Neuigkeiten im Fall des möglichen Ausbaus der Gütertrasse Löhne-Elze, dem sogenannten „Planfall 33“. In einer jetzt veröffentlichten Stellungnahme des Norddeutschland-Chefs der Deutschen Bahn (Ulrich Bischoping) auf Anfrage des Hameln-Pyrmonter Landrats Tjark Bartels teilte dieser mit, dass seitens des Unternehmens gar keine Absicht besteht, die Strecke Löhne-Elze auszubauen oder vorbereitende Planungen dazu aufzunehmen.

Bemerkenswert: Die schriftliche Stellungnahme stammt vom 29.04.2014, ist also über ein Jahr alt.

In dem Schreiben ist die Rede davon, dass das Zielnetz der Überprüfung des Bedarfsplans ein Verkehrsvolumen von nur 24 Güterzügen für die Strecke Löhne-Elze zeige, selbst wenn keinerlei Maßnahmen an alternativen Routen erfolgten. „Dieser Wert rechtfertigt aus Sicht der DB AG keinen zweigleisigen Ausbau. Die bestehenden und die erwarteten Verkehre lassen sich auf den bestehenden parallelen Strecken und der Mitte-Deutschland-Verbindung Paderborn-Kassel mit punktuellen Maßnahmen deutlich einfacher bewältigen“, so Bischoping.

Die Strecke ist als zweite Baustufe der Verbindung Löhne-Braunschweig-Wolfsburg in den Bundesverkehrswegeplan 2003 in die Kategorie „Weiterer Bedarf“ aufgenommen worden. In der ersten Baustufe bis 2012 wurde der Abschnitt Hildesheim-Groß Gleidingen, eingeordnet in die Kategorie „Vordringlicher Bedarf“ zweigleisig ausgebaut. Bei der Bedarfsplanüberprüfung des Bundes wurde 2010 die zweite Baustufe und damit auch der Ausbau der Strecke Löhne-Elze erneut untersucht und im Ergebnis einer nicht dringlicheren Kategorie zugeordnet.

Nicht nur seitens der Bahn, auch seitens des Bundes bestehe keinerlei Ansinnen zur Planungsaufnahme dieser Strecke. Dies, so heißt es, habe man in den letzten Jahren mehrfach erklärt und daran habe sich nichts geändert. Aus diesem Grund sähe man seitens der Bahn auch keine Grundlage für eine öffentliche Veranstaltung zu diesem Thema, da sich die Position des Unternehmens, nämlich keine Ausbaumaßnahme vorzusehen, auch nicht geändert habe.

Bleibt abzuwarten, wieso dieses strategisch interessante Positionspapier der Bahn über ein Jahr lang nicht an die Öffentlichkeit gelangt ist. Die Stellungnahme seitens des Unternehmens ist jedenfalls eindeutig. Die Bahn hat kein Interesse an der Gütertrasse durchs Weserbergland, die Bürgerinitiative lehnen sie ab, die Anrainerkommunen sind dagegen – jetzt muss nur noch die Politik einlenken.

 

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