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Schulentwicklungsplan für Rintelner Grundschulen vorgestellt

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(Rinteln) Angesichts der Diskussion über den Erhalt von Schulstandorten in den Rintelner Ortsteilen forderte die CDU im Dezember 2019 einen Grundschulentwicklungsplan. Daraus sollten die baulichen und ausstattungstechnischen Anforderungen hervorgehen, die sich aus dem Ganztagsbetrieb, Inklusion und steigenden Geburtenzahlen ergeben. Das Ergebnis präsentierte Dr. Anja Reinermann-Matatko vom Büro für demografische Analysen und Schulentwicklungsplanung in Bonn jetzt im Schulausschuss kurz vor der Sommerpause.

Im Vorfeld wurden Raumanalysen der Rintelner Grundschulstandorte durchgeführt, Daten zusammengetragen und Arbeitsgruppensitzungen durchgeführt. Anhand bereitgestellter Daten aus dem Melderegister ist die Entwicklung der Schülerzahlen in den vergangenen Jahren beleuchtet und eine Hochrechnung bis ins Schuljahr 2035 durchgeführt worden. Somit ergeben sich für die Grundschulen Unter der Schaumburg und die Außenstelle Krankenhagen der Grundschule Exten steigende Prognosen, während sie an den übrigen Schulstandorten eher fallend oder gleichbleibend vorhergesagt werden. Das geplante Neubaugebiet an der Kurt-Schumacher-Straße fand hierbei noch keine Berücksichtigung, da unter anderem noch keine Zuweisung zu einem Schulbezirk feststehe und noch nicht abschließend geklärt sei, welche Art von Wohngebäuden dort letztlich errichtet würden.

Als wissenschaftliches Konzept mit jeder Menge Daten und Zahlen erwies es sich auch als recht schwer verdaulich, um es im Rahmen einer Präsentation darzustellen – was auch die Vielzahl von Rückfragen der Ausschussmitglieder begründete. An den Grundschulen Nord (genug Räume) und Süd sei demnach vorerst keine Veränderung nötig, falls man die Räume an der Grundschule Süd für 3 Klassenzüge optimieren würde. So wurde beispielsweise die Schaffung von zwei Gruppenräumen im 2. Obergeschoss, die Herstellung eines Mehrzweckraums im Erdgeschoss der „Villa“ und die Verlegung des Lehrerzimmers aus dem ersten Obergeschoss ins Erdgeschoss vorgeschlagen. Bei einem Anstieg der Schülerzahlen wäre es möglicherweise auch erforderlich, den Schulbezirk der Grundschule Nord anzupassen.

Komplizierter sieht es laut Plan bei den Grundschulstandorden Exten und Krankenhagen aus. Hier schlägt das Konzept von Dr. Reinermann-Matatko einen Denkansatz von 1,5 Zügen vor. Eine alleinige Verlagerung der Schüler in Richtung Krankenhagen löse das Raumproblem der 2-Zügigkeit nicht, das Schulgebäude in Exten lasse sich allerdings nicht so einfach für die gebotenen Anforderungen erweitern, für acht Klassen sei es nicht optimal. Grundsätzlich schlug sie vor, alle Extener könnten immer in Exten beschult werden. Schüler aus den Ortsteilen Friedrichswald, Uchtdorf und Wennenkamp sollten nach erfolgtem Ausbau der Außenstelle nach Krankenhagen befördert werden. Extens Ortsbürgermeister Bernd Kirchhoff (SPD) hakte nach. Würde man das Problem der Elterntaxis damit nicht nach Krankenhagen verlagern? Und schließlich habe man doch eine angrenzende Wiese von 3.000 Quadratmetern – als Möglichkeit für eine Erweiterung – erworben. Stirnrunzeln auch bei Dr. Joachim von Meyen (CDU), der sich wunderte, wieso die in Exten erworbene Fläche nicht für eine Erweiterung des Schulgebäudes tauge, während man in Deckbergen mit dem Kauf und Umbau der ehemaligen Sparkassenfiliale zur Mensa genau das gleiche Konzept verfolge. Hier klärte Baudezernent Stefan Eggert-Edeler für die Stadtverwaltung auf, in Deckbergen sei die räumliche Nähe zur Schule gegeben. In Exten befände sich hingegen die Sporthalle zwischen der Schule und der Wiese. Bürgermeister Thomas Priemer erinnerte daran, dass in Krankenhagen nach dem Bau des neuen Bürgerhauses auch deutlich mehr Raum für den Verkehr zur Verfügung stehe und die Infrastruktur in diesem Bereich leistungsfähiger sein werde, als im Bereich Regetestraße in Exten. Auch die von Christel Struckmann vorgeschlagene Umnutzung der Hausmeisterwohnung in Exten sei laut Eggert-Edeler nicht ausreichend für eine Erweiterung.

Zu berücksichtigen wäre bei der gesamten Planung auch, dass beispielsweise in Möllenbeck Schüler aus dem benachbarten NRW beschult würden, merkte Matthias Wehrung (CDU) an. Hier gewinne man Schüler hinzu, während Grundschüler aus dem Ortsteil Goldbeck im benachbarten Extertal unterrichtet würden. Bodo Budde, der als Ortsbürgermeister des Taubenbergs in den Zuschauerreihen saß, sprach sich für eine Beschulung der Goldbecker Kinder in Rinteln aus. Angesichts der höheren Kosten für Betreuung und Verpflegung im Extertal komme da pro Jahr durchaus ein „schöner Urlaub“ zusammen.

Zum Schluss herrschte Diskussionsbedarf darüber, ob Kinder aus Friedrichswald, Uchtdorf und Wennenkamp nun je nach Bedarf mal nach Exten und dann wieder nach Krankenhagen „geschoben“ werden sollten, wie dies in Einklang mit der wohnortnahen Beschulung zu bringen sei und welche Einflussmöglichkeiten seitens der Schulleitungen auf die Veränderung der Schulbezirke bestehen würden. Schulamtsleiter Hans-Georg Dlugosch erinnerte daran, dass dies lediglich ein Aufzeigen von Möglichkeiten gewesen sei. Bürgermeister Priemer hängte an, es gebe eine Vielzahl von Ausnahmeregelungen für die Beschulung von Kindern. Letztlich wurde dem Wunsch Kirchhoffs stattgegeben, den Beschlussvorschlag zu ändern. Statt die Ausführungen der Expertin „zustimmend“ zur Kenntnis zu nehmen, wurden sie lediglich zur Kenntnis genommen. Der Extener Ortsbürgermeister hatte zuvor die Befürchtung geäußert, eine zustimmende Kenntnisnahme könnte im nachfolgenden Diskussionsverlauf über Maßnahmen als Einverständnis über die darin vorgeschlagenen Konzepte gewertet werden. Als nächstes soll jetzt auf Grundlage des Planes eine Prioritätenliste für die nächsten Haushaltsjahre erstellt werden, die bauliche und sonstige Maßnahmen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel anführt. Weitere Diskussionen werden folgen.

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