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Unterricht wird „Cool“

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Man könnte es als Traum eines jeden Schülers bezeichnen: Anmeldung zum Beginn der Stunde beim Lehrer, Verlassen des Klassenraumes zum Bearbeiten der Aufgaben via iPad und anschließendes Abmelden zum Ende der Unterrichtseinheit. Dieser Traum wird jetzt (zumindest für sechs Stunden pro Woche) für Schüler der Klassen 11 an den beruflichen Gymnasien Wirtschaft, Gesundheit und Soziales wahr.

„Cool“ (Cooperatives, offenes Lernen) nennt sich das Projekt, bei dem die Schüler mit ihren Tablet-Computern komplexe und teils fächerübergreifende Lernsituationen bearbeiten. Die Abgabe der Ergebnisse erfolgt zu verbindlich vereinbarten Terminen. Der Lehrer kontrolliert und übt seine Funktion hier phasenweise als Berater aus, doch die Schüler übernehmen ein hohes Maß an Organisation und Eigenverantwortung bei der Bewältigung der Aufgabe. Es war der Landkreis Schaumburg, der dieses umkreisweit einmalige Projekt möglich gemacht hat, lobte BBS-Schulleiter Herbert Habenicht bei einer Vorstellung im Beisein von Landrat Jörg Farr und dem Schulamtsleiter des Landkreises, Ralf Mahnert.

Arbeitsblätter und Ergebnisse können ganz einfach innerhalb der Gruppe von Schüler zu Schüler weitergegeben werden. Lehrer können durch einen Zugang zu den Geräten auch beratend bei der Aufgabenlösung unterstützen.

Die Geräte werden von den Schülern selbst gekauft oder geleast. Die Wahl fiel laut Projektleitung auf Tablets der Marke Apple, da diese in der Kombination aus Hard- und Software führend seien und ein schlüssiges System böten. Begleitet wird die Umsetzung von mehreren System-Administratoren, ein Support und Ersatz bei Ausfall ist gewährleistet. Die iPads können von den Schülern auch privat mit allen erdenklichen Apps bespielt und genutzt werden, allerdings gelten im Schulbetrieb Einschränkungen in Sachen Software. Im Unterricht kommen nur freigegebene Programme zum Einsatz, sobald sich die Tablets ins Schul-WLAN einloggen.

Die beiden Schüler Kilian und Kevin (vordere Reihe, 2. und 3. v.l.) mit den Lehrern Eike Blohm (vorne links) und Daniel Harting (vorne rechts). Hinten v.l.: Herbert Habenicht (BBS-Schulleiter), Günther Potthast (stv. Schulleiter), Jörg Farr (Landrat), Ralf Mahnert (Leiter im Schulamt des Landkreises Schaumburg), Thomas Piepho (Abteilungsleiter Berufliche Gymnasien).

Eine kurze Demonstration zeigt, wie´s geht. Die Schüler Kilian und Kevin öffnen Dokumente, tauschen Daten über die Apple-eigene „AirDrop“-Funktion aus. Fotos können ganz einfach in Arbeitsblätter eingefügt und weiterverarbeitet werden. Hierbei kommt das Office-Paket von Microsoft und das Programm One Note zum Einsatz. Die Schüler schreiben auf Wunsch mit dem Apple Pencil, einem Stift-ähnlichen Eingabegerät mit vielen Zusatzfunktionen. Im Kellergeschoss sind eigens Räume mit offenen Strukturen, großen Sitzmöglichkeiten und verschiebbaren Präsentationswänden eingerichtet worden, um den Unterricht der Schüler so flexibel wie möglich gestalten zu können. Mit der Nutzung von iPads im Unterricht bewegt sich die BBS Rinteln ein Stück weiter auf die „Schule 4.0“ zu. Und erstmals dürften viele der Schüler ihren Lehrern in der Nutzung der Geräte voraus sein, ihnen gar neue Funktionen vorstellen und beibringen. Oder wie Schulleiter Habenicht es formuliert: „Mut zur Veränderung, Warten ist keine Lösung“.


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