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Wenn die Sportwelt stillgelegt wird: VTR und Weser-Fit-Rinteln ziehen Bilanz eines schwierigen Jahres

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(Rinteln) Auch die Vereinigte Turnerschaft Rinteln (VTR), der größte Sportverein in der Weserstadt, ist von der Corona-Pandemie betroffen. Inzwischen durch den zweiten Lockdown lahmgelegt, geriet das sportliche Vereinsleben in diesem Jahr relativ kurz. Die Jahreshauptversammlung musste abgesagt werden, ebenso der Volksbanklauf und die Turnschau. Ehrungen erfolgten auf dem Postweg (siehe gesonderten Bericht). Bei einem Online-Pressegespräch zogen Vorstandsmitglieder jetzt Bilanz.

Sportbetrieb mit angezogener Handbremse

Für den allgemeinen Sportbetrieb berichtete Karin Lincke de Koekkoek über die Verwirrung, die durch verschiedene Vorgaben ausgelöst wurde. Beim ersten Lockdown im Frühjahr sei es für Hallensportbegeisterte zunächst ungewohnt, im Freien zu trainieren. Nach Lockerung der Auflagen waren die meisten Hallen in den Sommerferien geschlossen. Nach der Feriensaison gab es zunächst Licht am Ende des Tunnels. Sport für die Jüngsten startete, die ersten Wettkämpfe standen im Terminkalender und auch im Mannschaftssport startete die Saisonplanung, um dann aufgrund neuer Beschränkungen und neuerlicher Schließungsverordnungen über den Haufen geworfen zu werden. Insgesamt, so Lincke de Koekkoek, habe allein das Kinderturnen nur an 14 von normalerweise 40 Wochen stattfinden können.

Als besondere Maßnahme hat sich die VTR daher entschlossen, für jene besonders von Hallenschließungen und Einschränkungen betroffene Sparten, im ersten Quartal des Jahres 2021 keinen Abteilungsbeitrag zu erheben.

Das beliebte Feuerwerk der Turnkunst – die VTR-Turnschau – konnte in diesem Jahr corona-bedingt nicht stattfinden. (Archivfoto)

 

VTR: Kein Abteilungsbeitrag im ersten Quartal 2021 für besonders betroffene Sparten

Im Weser-Fit-Rinteln schwenkte man bereits während des ersten Lockdowns auf Online-Kurse und Videos um, damit die Mitglieder den Verlust ihrer körperlichen Fitness möglichst gering halten würden. Unbürokratisch wurden Sportmaterialien wie Handeln und Kleingeräte ausgeliehen und auf Outdoor-Betrieb umgeschwenkt. Leiterin Maike Wagenaar lobte die Mitglieder fürs vorbildliche Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln. Der Verbrauch von Desinfektionsmitteln schoss in die Höhe und führte bei Lieferanten zu so manch scherzhafter Nachfrage ob der Verwendung. Schwer wiegt der Wegfall von Reha- und Funktionstraining, da es für diese Bereiche keine Ausgleichszahlungen gibt. Man habe allerdings Fördermöglichkeiten der Sport- und Turnverbände genutzt, um den Schaden möglichst gering zu halten. Mit Online-Kursen über Skype und Zoom, einem Weihnachtsspecial am vierten Advent sowie Motivationskursen zwischen den Feiertagen (Motto: „Schwing die Rentierhufe“) werden Mitglieder zur Bewegung angehalten. Derweil bleibt die Hoffnung, möglichst zügig wieder durchstarten zu können, da besonders das erste Quartal des Jahres erfahrungsgemäß den stärksten Mitgliederzuwachs verzeichne.

Das Jahr der abgesagten Veranstaltungen. Der beliebte Volksbanklauf konnte auch in diesem Jahr nicht stattfinden. (Archivfoto)

Weser-Fit-Rinteln: Der Weg zur eigenen Fitness war voller Hindernisse

Die Mitglieder bereiten auch dem Finanzvorstand Sorgen. Das Problem: Wenn Verein und Weser-Fit ruhen, treten Mitglieder allenfalls aus – jedoch nicht ein. Karl-Heinz Frühmark berichtete von rund 12 Prozent Mitgliederschwund in diesem Jahr. Derzeit zählt der Verein noch 1.638 Köpfe. Die Formel ist simpel: Weniger Mitglieder bedeuten weniger Einnahmen. Zusammen mit dem Wegfall des Rehasports eine schmerzhafte Entwicklung. Durch Kurzarbeit, Fördermittel, Corona-Soforthilfe und das Sonderprogramm des Landessportbundes konnte der finanzielle Schmerz etwas gemildert werden. Die VTR hat eigenen Angaben zufolge Gelder im mittleren, fünfstelligen Bereich in Anspruch genommen. Lediglich bei der versprochenen Novemberhilfe stockt es, so Frühmark. Nicht nur Gastronomen können davon also ein Lied singen. Durch Einsparungen im Wettkampfbetrieb und beim Training fällt die Bilanz zumindest in den ersten drei Quartalen des Jahres positiv aus. Zusammen mit den Finanzen im letzten „Lockdown“-Quartal wird ein ausgeglichenes Jahresergebnis erwartet. Oder, um Frühmark zu zitieren: „Eine schwarze Null“. Die VTR hofft nun auf ein möglichst baldiges Ende des Lockdowns und ein „Durchstarten“ im ersten Quartal 2021 – und damit auf steigende Mitgliederzahlen.

VTR-Finanzvorstand Karl-Heinz Frühmark rechnet für 2020 mit einer „schwarzen Null“. (Archivfoto)

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