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Zwölf neue Familienpaten für Rinteln und Umgebung

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Am Mittwoch, dem 2. Dezember, erhielten zwölf frischgebackene Familienpatinnen und -paten ihr Teilnahme-Zertifikat und ihre Familienpaten-Karte aus den Händen von Petra Rabbe-Hartinger, 1. Vorsitzende des Kinderschutzbundes, und des neuen Stadtjuristen Dr. Joachim Steinbeck.

Ebenfalls eine Teilnahmebescheinigung erhielten Kirsten Schneider und Lisa Ollenborger, die als Praktikantin bzw. als Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst an der Schulungsreihe teilgenommen hatten.

Die Teilnehmerinnen und der Teilnehmer der siebenteiligen Schulung hatten sich in rund 40 Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Themen auf ihren ehrenamtlichen Einsatz in den Familien vorbereitet. „Uns geht es im Wesentlichen um die wertschätzende Haltung, mit der die Ehrenamtlichen den Familien und Alleinerziehenden begegnen“, erläuterte Petra Rabbe-Hartinger ein zentrales Ziel der Qualifizierung. Als eine Form Früher Hilfen solle durch die rechtzeitige Entlastung von Eltern zum Beispiel Gewalt gegen Kinder vorgebeugt werden. Außerdem würden die Ehrenamtlichen über die zahlreichen Hilfestellen und Fachdienste vor Ort informiert, damit sie die begleiteten Eltern und die Flüchtlingsfamilien bei Bedarf an die richtige Stelle lotsen könnten. Die Hilfe richte sich nicht nur an Flüchtlingsfamilien sondern an alle Familien, die Unterstützung bräuchten und die kein soziales Netz zur Verfügung hätten.

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Die frischgebackenen Familienpaten mit Albrecht Schäffer (links).

Als Vertreter der Stadt Rinteln dankte Dr. Joachim Steinbeck den elf Frauen und dem Mann für ihre Bereitschaft, ehrenamtlich über einen längeren Zeitraum hinweg Rintelner Familien mit kleinen Kindern zu begleiten und zu entlasten.

Wolfgang Foerstner richtete als Vorstandsmitglied der „Stiftung für Rinteln“ ebenfalls ein Grußwort an die Ehrenamtlichen und begründete, warum die Stiftung für Rinteln im Jahr 2015 einen Zuschuss für die Tätigkeit der Familienpaten Rinteln zur Verfügung gestellt hat: „Die Stiftung für Rinteln hat damit das Vorhaben des Kinderschutzbundes unterstützt, gezielt Flüchtlingsfamilien durch Familienpaten zu begleiten, die mit ihren Kindern nach Rinteln gekommen sind. Dies entspricht exakt dem Stiftungszweck der Stiftung für Rinteln, nämlich der Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher.“

Albrecht Schäffer, der Ansprechpartner für die Familienpaten beim Kinderschutzbund Rinteln, freute sich über die engagierten Ehrenamtlichen aus Rinteln, aus der Region Porta Westfalica und aus dem Auetal. Durch die neuen Ehrenamtlichen sei es möglich, die Familien zu begleiten und zu entlasten, die bereits seit einiger Zeit auf eine Patin oder einen Paten warteten.

Für viele der neuen Paten sei die aktuelle Flüchtlingssituation ein Anstoß gewesen, sich jetzt engagieren zu wollen. „Der Bedarf an Unterstützung und an Orientierung ist unter den Flüchtlingsfamilien groß. Hier gibt es viel zu tun!“, so Schäffer.

Er dankte allen Stiftungen und Sponsoren sowie der Stadt Rinteln für ihre Unterstützung der Arbeit mit den Familien. Dank dieser Unterstützung habe der Kinderschutzbund seit 2008 bereits mehr als 120 Rintelner Familien mit Kindern im Alltag entlasten und an hilfreiche Fachdienste in der Region vermitteln können.

Seit September 2008 haben über 120 Rintelner Familien und etwa 240 Kinder von der Begleitung und Entlastung durch den regelmäßigen Besuch eines Familienpaten profitiert. Da die Nachfrage von Alleinerziehenden und Familien stetig anhielt, hat der Kinderschutzbund in Rinteln inzwischen bereits neun Schulungsreihen für interessierte Ehrenamtliche durchgeführt.

Die Erfahrung der letzten sechs Jahre zeigt: Die ehrenamtlichen Familienpaten meistern ihre Aufgabe gut. In vielen Familien beruhigt sich die familiäre Situation, Belastungen können Stück für Stück abgebaut werden, die Mütter und Väter fassen wieder Mut. Viele Kinder freuen sich auf den wöchentlichen Besuch „ihrer“ Patin oder „ihres“ Paten. Sie spüren, dass die Ehrenamtlichen gerne kommen und Zeit und Aufmerksamkeit mitbringen.

Eine erfahrene Patin formulierte ihre Erfahrungen einmal so: „Früher, als meine Kinder klein waren, habe ich Unterstützung im Alltag erfahren. Nun sind meine Kinder erwachsen und aus dem Haus. Da ist es für mich selbstverständlich, dass ich jetzt andere Eltern mit kleinen Kindern unterstütze, die bisher keine Hilfe haben. Das macht mich zufrieden.“

Beim Kinderschutzbund Rinteln ist Albrecht Schäffer Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Patinnen und Paten. Er begleitet den ersten Kontakt zwischen den Familien und den Familienpaten und steht über den gesamten Verlauf der Patenschaft zur Verfügung, wenn Fragen oder Probleme auftauchen sollten. Monatlich führt er für alle Ehrenamtlichen Austauschtreffen durch, bei denen die Patinnen und Paten über ihre Erfahrungen sprechen können. Außerdem organisiert er regelmäßig Fortbildungen für die derzeit 35 Aktiven, die nun zwölf Engagierte dazu bekommen.

Finanziert wird diese niederschwellige, familienentlastende Maßnahme durch Zuschüsse des Landkreises Schaumburg, des Landes Niedersachsen, der Stadt Rinteln und durch Eigenmittel des Kinderschutzbundes. Dazu kommen Spenden und projektgebundene Gelder des Rintelner Lions Clubs, der Stiftung für Rinteln, der Bürgerstiftung Schaumburg und der Klosterkammer Hannover.

Die Namen der neuen Familienpatinnen und des neuen Familienpaten lauten: Fritz Beck, Gundula Beck, Karin Böhne, Annelie Dreyer, Birgit Groß, Erika Held, Ellen Heller, Margarete Krüger, Yvonne Möller, Anje Priemer, Petra da Silva, Susanne Wedemeyer.

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