Das Online News-Magazin für Rinteln und die Umgebung.

„Es ist normal, verschieden zu sein“: Empfang der Stiftung für Rinteln im Ratskellersaal

Premium Banner 1a
Premium Banner 1a

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Stiftung für Rinteln. Zum Empfang anlässlich des 10-jährigen Bestehens der wohltätigen Organisation begrüßte Bürgermeister und Vorsitzender der Stiftung, Thomas Priemer, Mitglieder des Vorstands, Kuratoriums sowie zahlreiche Gäste im Ratskellersaal am Rintelner Marktplatz. Begleitet wurde die Veranstaltung vom symphonischen Orchester Rinteln mit vier Stücken (vormals unter dem Namen Jugendblasorchester) unter der Leitung von Dirigent Shih-Ming Chang. Priemer erinnerte an die Anfänge unter seinem Amtsvorgänger Karl-Heinz Buchholz: Sophie Hölscher hinterließ der Stadt Rinteln mit ihrem Tod die Summe von 169.000 Euro. Zusammen mit weiteren Erbschaften von Frieda Hoffmann (6.900 Euro) und Hermann Brüggemann (3.800 Euro) diente dieses Geld als Vermögen für die per Ratsbeschluss vom 20.9.2007 neu zu gründende Stiftung für Rinteln. Vorrangiger Zweck der Stiftung sollte fortan die Förderung von Bildung, Erziehung und Integration von Kindern und Jugendlichen sein.

Sorgte für die musikalische Begleitung: Das symphonische Orchester der Stadt Rinteln (vormals JBO).

Seitdem hat sich viel getan. Die Stiftung für Rinteln förderte den Umbau der Skateranlage am Schulzentrum in 2016, als „Unterstützung der jungen Menschen, die mit angepackt haben“, blickte Priemer zurück. Das freiwillige soziale Jahr in Sportvereinen zählt dabei ebenso zu den weiteren Fördermaßnahmen, wie der Neubau des Mehrgenerationenhäuschens, der „mobile Kaffeeklatsch“, die Ferienfreizeiten, die Nachwuchsförderung von Jugendorchester und Schulkonzerten, um nur einige zu nennen. Als Highlight hob Priemer die Sommerferiencard und den Schwimmkurs im Weserangerbad hervor. 240 dieser Karten wurden in diesem Jahr für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien herausgegeben, der Schwimmkurs wird seit 2014 in Zusammenarbeit mit der DLRG abgehalten und erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Bürgermeister Thomas Priemer gab Einblicke in Entstehung und Arbeit der Stiftung für Rinteln.

Das Thema „Menschen mit Behinderungen“ war auch Bestandteil der Podiumsdiskussion die Jeannine Ephan vom Behindertenbeirat der Stadt Rinteln, Michael von Müller (Lebenshilfe), Andreas Kühne-Glaser (Stiftung für Rinteln) und Thomas Priemer unter der Moderation von Jakob Gokl (stv. Chef-Red. der Schaumburger Zeitung) führten. Unter anderem lobte von Müller die Bemühungen der Stadt zur Unterstützung und Bereitschaft zur Hilfe, zeigte aber auch Knackpunkte auf. So habe man beispielsweise bei dem neu gebauten Kreisverkehr in der Nordstadt erst mit Bewohnern der Lebenshilfe Gespräche führen müssen, da die rot aufgemalten Radfahrerüberwege für viele gleichzusetzen waren mit „Halt, Stop!“. Ganz alltägliche Strukturen werden geändert und müssen neu besprochen und eingespielt werden, eine frühe Kontaktaufnahme mit betroffenen Einrichtungen wäre bei Neubauten dieser Art wünschenswert. Bei solchen Zusammenhängen habe man tatsächlich noch „Nachholbedarf“, gab Priemer zu, da man beim Bau des Kreisverkehrs tatsächlich zunächst an verkehrsrechtliche Bestimmungen gedacht habe.

Von links: Thomas Priemer, Jeannine Ephan, Jakob Gokl, Andreas Kühne-Glaser, Michael von Müller

Manfred Pollmann, Vorsitzender des Behindertenbeirates, verdeutlichte in seiner Ansprache wie groß der Anteil an Menschen mit Behinderung ist. In Rinteln sind es insgesamt über 3.000 Einwohner, 2.665 davon sind statistischen Erhebungen zufolge im Besitz eines Schwerbehinderten-Ausweis (Grad der Behinderung mindestens 50%). So verschieden die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Gruppen der Behinderungen. Barrierefreiheit, so Pollmann, bedeute nicht immer automatisch, dass die Erreichbarkeit per Rollstuhl gegeben sei. Oft geht es auch um Dinge wie das Lesen einer Speisekarte im Restaurant, dort müssten Menschen mit Behinderungen auch Lernen, für sich Hilfe zu erbitten, was nicht immer einfach sei. Menschen seien vielfältig und verschieden, so Pollmann. Es gebe Menschen mit und ohne Ehrgeiz, mit und ohne Migrationshintergrund, um nur wenige Beispiele zu nennen. Passend dazu wählte er ein Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker: „Es ist normal, verschieden zu sein.“

In den Jahren 2010 bis 2016 hat die Stiftung für Rinteln insgesamt rund 82.000 Euro für die Förderung von Projekten und Vorhaben investiert. Auch in 2017 und darüber hinaus werden wieder jede Menge Tätigkeiten unterstützt, darunter zahlreiche generationenübergreifende Angebote aus dem Familienzentrum und zur Integration, ein Hallenhandballturnier bei der Lebenshilfe, Zuschuss für die Anschaffung eines Ruderbootes beim Wassersportverein, die Fortführung des Nähprojekts und vieles mehr.

Weitere Infos und Möglichkeiten zum Spenden finden sich auf der neuen Internetseite der Stiftung für Rinteln, gespendet von der Firma weserWEB.

 

Related posts