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Frei im Internet zugänglich: Inschriften des Landkreises Schaumburg auch für historisch interessierte Laien

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(Landkreis/Göttingen) Die an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen erarbeitete Publikation „Die Inschriften des Landkreises Schaumburg“, die 2018 als Buch erschien, steht jetzt im Portal „Deutsche Inschriften Online“ (DIO) auch als Volltext frei zugänglich im Internet zur Verfügung.

Sie enthält die kommentierte Edition von 664 Inschriften sowie 76 Jahreszahlen und Initialen auf Objekten aus der Zeit vom 12. Jahrhundert bis zum Jahr 1650. Dazu gehören Texte auf Grabdenkmälern, Glocken, Taufbecken, Kanzeln, Altären, Kelchen, aber auch an Fachwerkhäusern und Steingebäuden. Die Online-Präsentation beinhaltet noch mehr Bildmaterial als das gedruckte Buch. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, künftig aufgefundene Inschriften aus Mittelalter und früher Neuzeit als Nachtrag zu veröffentlichen.

Der Landkreis Schaumburg bietet eine überaus reiche Inschriftenüberlieferung, die einem ausgeprägten Geschichtsbewusstsein in dem lange Zeit eigenständigen Territorium zu verdanken ist. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf der Inschriftenproduktion im Umfeld der schaumburgischen Residenzen (Stadthagen, Bückeburg) und des Landadels (Familien von Münchhausen, von Zerssen u.a.), aber auch Bürger kommen in den zahlreichen Hausinschriften zu Wort, vor allem in Stadthagen und Rinteln.

Die Inschriften in den Dorfkirchen sowie in den Stiften Möllenbeck mit seinen jüngst freigelegten Wandmalereien und Obernkirchen mit seiner jahrhundertealten Tradition bieten wertvolle Zeugnisse unter anderem dafür, wie sich die Reformation in der Region etabliert hat.

In der von Katharina Kagerer nach Vorarbeiten von Inga Finck erarbeiteten Publikation „Die Inschriften des Landkreises Schaumburg“ sind die Inschriftentexte vollständig wiedergegeben, lateinischen und mittelniederdeutschen Texten ist eine Übersetzung beigegeben, geschichtliche Hintergründe werden in einem Kommentar erläutert, so dass auch historisch interessierte Laien einen Zugang zu den Inschriftentexten erhalten.

Das Akademienvorhaben „Deutsche Inschriften“ ist Teil des von Bund und Ländern geförderten Akademienprogramms, das der Erhaltung, Sicherung und Vergegenwärtigung des kulturellen Erbes dient. Koordiniert wird das Programm von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.

(pr/Foto: Screenshot)

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