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Kulturring: Überwältigende Mehrheit laut Umfrage für Brückentorsanierung

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Selten hat ein Thema die Gemüter so erhitzt wie die Zukunft des Brückentorsaals. Als Veranstaltungsort ist aus Brandschutzgründen nun offiziell gestrichen, doch eine schnelle Ausweichmöglichkeit für Feste, Messen und Musikevents ist nach wie vor nicht gegeben. Der Kulturring Rinteln e.V., Organisator zahlreicher Theateraufführungen und Veranstaltungen, äußerte bereits im vergangenen Jahr die Vermutung, das kulturelle Leben in Rinteln werde ohne den Brückentorsaal „baden gehen“ und rief daher eine eigene Umfrage ins Leben, um Konzertbesucher und Vereinsmitglieder nach ihrer Meinung zu fragen. 1.200 Umfragezettel verteilte der Verein, 868 Personen nahmen daran teil. Davon sprachen sich 846 Teilnehmer für die Sanierung des Brückentorsaals aus. 18 stimmten für den Bau einer neuen Stadthalle. Vier Stimmzettel waren ungültig.

„Uns ist bewusst, dass die Umfrage einseitig war und keine rechtlichen Folgen hat“, sagt Kulturring-Geschäftsführerin Juliane Weiss in einem Pressegespräch zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Petra Sieve und Andrea Rienhoff. Im Vorfeld hatte es Kritik an Form und Beschreibung der Umfrageoptionen gegeben. Es waren nur Argumente für den Erhalt des Saals aufgeführt worden, jedoch keine für einen Stadthallenneubau.

Der Umfragezettel vom Kulturring.

Die Aktion sollte wachrütteln, zum Nachdenken anregen und etwas bewegen, bekräftigte Weiss und ergänzte, dass der Verein natürlich ein Interesse daran besitze, den Saal am alten Standort zu erhalten. Wie weiterhin aus dem Vorstand zu erfahren war, zeige sich die kulturinteressierte Klientel traurig über die Entwicklungen und drohe auf lange Sicht mit Vereinaustritten, sollte es keinen vernünftigen Austragungsort für zukünftige Ereignisse geben. Die vielzitierte Aula des Gymnasiums ist für den Kulturring keine Alternative: „Das ist eine Pausenhalle“. Für drei anstehende Veranstaltungen im März muss es dennoch erst einmal die Pausenhalle richten, auch wenn dies mit erhöhtem logistischen und finanziellen Aufwand für Auf- und Abbau der Bühnentechnik verbunden ist, erklärt Weiss. Neben den musikalischen Großveranstaltungen finden auch mehrere Kindertheater-Aufführungen im Brückentorsaal. Das sei für viele Kinder oft das einzige Mal, dass sie ans Thema Kultur herangeführt würden, weiß Rienhoff.

Von links: Andrea Rienhoff, Juliane Weiss und Petra Sieve vom Kulturring Rinteln e.V. präsentieren die Stimmzettel aus der Umfrage.

Beim Kulturring schätzt man neben dem aktuellen Standort auch die Größe des Saals als ideal ein: Bei der größten Veranstaltung, dem Neujahrskonzert, finden bis zu 500 Leute Platz. Die Musiker des Göttinger Symphonieorchesters haben mit der Saalakustik keine Probleme, die Bühnengröße passt, der Backstagebereich ist vorhanden. „Natürlich ist die Ausstattung in die Jahre gekommen“, so bestätigen alle drei, „da muss nach so langer Zeit auch renoviert werden.“ Aber in vorliegendem Fall hat es für Sieve den Eindruck, dass bei der Diskussion die Bedürfnisse der Bevölkerung aus dem Blick geraten seien, wie sie sagt: „Wir brauchen keinen Halle für 800 Leute.“ Und noch eins ist dem Kulturring-Vorstand wichtig: „Wir sind nicht politisch und lassen uns nicht von einer Partei einspannen, auch wenn wir vielleicht ähnliche Ansichten vertreten.“

Über die Ergebnisse der Umfrage hat der Kulturring Bürgermeister Thomas Priemer ebenfalls unterrichtet. An der Demonstration für die Sanierung des Saals am 28. Februar um 18:00 Uhr will der Vereinsvorstand ebenso teilnehmen wie an der nachfolgenden, öffentlichen Ratssitzung im Ratskeller um 19:00 Uhr, wo unter anderem der CDU-Antrag zur Bürgerbefragung behandelt wird.

Ergebnis der Facebook-Umfrage liegt bei etwa 50:50

Ungefähr zur gleichen Zeit haben wir auf unserer Rinteln-Aktuell-Facebookseite ebenfalls eine (nicht repräsentative) Umfrage zum Thema „Neubau oder Sanierung“ gestartet. Das Ergebnis fiel weitaus weniger eindeutig aus. Von 949 abgegebenen Stimmen waren 50,3% für eine Sanierung des Saals, 49,7% stimmten für einen Neubau.

Die Rinteln-Aktuell-Facebook-Umfrage brachte ein ausgeglichenes Ergebnis.

 

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