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Stunde der Wintervögel: Blaumeisen besonders im Fokus

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(Landkreis) Vom 8. bis zum 10. Januar zählt ganz Deutschland wieder Vögel: Die „Stunde der Wintervögel“ wird bereits zum elften Mal vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV organisiert.

Vogelfreunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden. Damit kann jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen. „Die so erfassten Daten tragen dazu bei, unsere heimischen Vögel besser zu schützen“ sagt Britta Raabe. Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen bundesweit beteiligt. „In den Landkreisen Holzminden, Hildesheim, Hameln und Schaumburg waren es insgesamt 32.755“ sagt die Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Weserbergland, welche sich über die rege Teilnahme sehr freut.

Blaumeisen (Foto: NABU/Kathy Büscher)

Experten des NABU konnten anhand der langjährigen Zählung nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen. Im Winter steht die Stadt bei vielen Vögeln hoch im Kurs, da die Temperatur in der Stadt immer etwas höher sind als im Umland – dort steigen für viel Vögel die Überlebenschancen. So finden sich in harten Wintern in der Stadt viele Amseln, Stockenten und andere Vögel ein, denen es im verschneiten Umland zu unwirtlich geworden ist. „Die Winterfütterung trägt gewiss ihren Teil zur Attraktivität der Stadt bei“ sagt Raabe. Ein guter Beleg dafür ist die Entwicklung des Zaunkönigbestands nach dem besonders kalten Winter 1995/96. Zählungen auf Probeflächen ergaben, dass der Bestand auf dem Land um mehr als die Hälfte zurückging, während er in der Stadt nur unwesentlich abnahm. Dabei mag auch eine Rolle gespielt haben, dass die dichte Bebauung sowie die Bepflanzung der Gärten und Parks für Windschutz sorgen und Wärmeinseln entstehen lassen.

„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise“, führt die Naturfreundin aus, „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Experten ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Die Blaumeise ist wohl jedem schon mal begegnet: sie ist auch in unseren Gärten zu Gast sobald dort ein paar ältere Bäume stehen. Außerdem hält sie sich gerne in Scharen an Futterplätzen auf. Man kann bei ihnen sogar eine regelrechte Routine beobachten, bei der die Tageszeit und die Abfolge der Futterstellen in etwa gleich bleiben. Am Futterhäuschen fallen Blaumeisen oft durch ein freches Verhalten auf und geraten hin und wieder in kleine Streitereien mit anderen Vogelarten. Der blaue Scheitel, die blauen Flügel- und Schwanzfedern und die leuchtend gelbe Brust machen die Blaumeise unverwechselbar. Blaumeisen wiegen nur ungefähr so viel wie zwei 20-Cent-Münzen. Bei diesem Fliegengewicht können sie sich auch an dünnen Zweigen kopfüber entlang hangeln. Die kleine, kompakte Gestalt und der winzige Schnabel geben der Blaumeise ein besonders niedliches Aussehen. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus, die Farben des Männchens sind etwas leuchtender. Die Blaumeise kann man in Lebensräumen mit viel Gehölz antreffen, also vor allem in Laub- und Mischwäldern, Parks oder Gärten. In Nadelwäldern halten sie sich eher selten auf. Blaumeisen fressen gerne kleine Insekten, Larven, Spinnen und Sämereien. Im Winter passen sich die Blaumeisen an und werden zu Körnerfressern. Dann fressen sie Nüsse, Sonnenblumenkerne und Meisenknödel, aber auch Äpfel und Beeren. Der Gesang der Blaumeisen ist sehr abwechslungsreich. Meist beginnt er mit einem hohen „tii-tii“ und endet mit einem hübschen Triller.

Dass die winterlichen Gartenvögel zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands gehören, zeigt auch der aktuelle Zwischenstand bei der ersten öffentlichen Wahl zum „Vogel des Jahres“. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel und Haussperling finden sich schon vier Wintervögel unter den beliebtesten 10 Wintervögeln. Auch die Blaumeise -auf Rang 11- und der Star -auf Rang 14- haben noch gute Chancen auf die Stichwahl, die unter den zehn ersten Plätzen stattfindet. Schon weit über 100.000 Menschen haben bisher ihren gefiederten Favoriten nominiert. „Noch bis zum 15. Dezember kann jeder seine Stimme bei der Vorwahl abgeben. Nach der Stunde der Wintervögel beginnt dann ab dem 18. Januar die Hauptwahl unter den dann feststehenden „Top Ten““ ergänzt Raabe.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Die NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland nimmt ebenfalls gern die Meldungen -von 10 bis 16Uhr- entgegen: 05724-3994118 Auch über die NABU-App „Vogelwelt“, welche unter www.NABU.de/vogelwelt herunter geladen werden kann, darf gemeldet werden.

Die „Schulstunde der Wintervögel“ begleitet die „Stunde der Wintervögel“ und lädt alle Lehrkräfte und Gruppenleiter ein, mit Kindern Vögel kennenzulernen und zu beobachten. Wieso vergräbt der Eichelhäher Eicheln im Boden und warum plustert sich das Rotkehlchen zu einer Federkugel auf, wenn es besonders kalt ist? Diesen und anderen spannenden Fragen können die Kinder bei der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 11. bis 15. Januar nachgehen. Die Klassen und Gruppen können Ihre Ergebnisse unter www.NABU.de/onlinemeldung melden. Und unter allen Einsendungen verlost die NAJU tolle Preise. Alle Infos, Materialien und Aktionsideen: www.NAJU.de/sdw. (pr)

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