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Freiwillig Tempo 120, kostenlose Schülerbeförderung und vieles mehr: „Omas und Opas for Future“ bei Kundgebung auf dem Marktplatz

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(Rinteln) Bei der zweiten Veranstaltung der Aktionsgruppe „Großeltern für eine lebenswerte Zukunft“ stellten die Organisatoren Claus Uhde, Gisela Gührs und Annegret Dreyer auf dem Rintelner Marktplatz eine Auswahl aus über 100 Ideen und Anregungen vor, die seit der allerersten Versammlung Ende November vergangenen Jahres eingegangen und erarbeitet worden waren.

Über 50 Menschen waren der Einladung am Freitag um 13:13 Uhr gefolgt, unter ihnen auch zwei Schülerinnen des Gymnasiums, die Zehntklässlerinnen Alina und Anouk, die auch der „Fridays for Future“-Bewegung angehören. Um rechtzeitig am Marktplatz anzukommen, mussten sie den Unterricht etwas früher verlassen, haben dies aber eigenen Angaben zufolge mit den Lehrern abgeklärt. Aus der Rintelner Politik nahm Grünen-Fraktionsvorsitzender Christoph Ochs teil.

Manfred Krause und Hans-Jörg Kohlenberg vom Verein Bürgerenergiewende Schaumburg e.V.

Die konkreten Beispiele wurden auf zwei Transparenten kundgetan. Als „individuelle Sofortmaßnahmen“ waren Stichpunkte wie „Fleischkonsum überdenken“, „bewusst einkaufen“, „Lebensmittel nicht wegwerfen“, „Auf Plastiktüten verzichten“ und „Regionale Produkte (vor Ort) kaufen“ wiedergegeben. Erwartungen an die Stadt und den Landkreis wurden ebenfalls zusammengetragen. „Kostenlose Schülerbeförderung“, „Straßenbeleuchtung reduzieren“, „Konzept für bessere und sicherere Fahrradwege schaffen“ stand dort unter anderem geschrieben. Zur Vermeidung wilder Müllentsorgung schlagen die „Omas und Opas for Future“ einmal pro Jahr eine kostenlose Sperrmüllabfuhr vor. Gerade letzterer Punkt wird auch in den sozialen Netzwerken immer wieder diskutiert, wenn wieder einmal Fotos von illegal in den Wald gekippten Müllsäcken oder Renovierungsabfällen im Internet kursieren.

Dr. Claus Uhde fasste die bisherigen Erkenntnisse und Vorschläge zusammen.

Verstärkung erfuhr die Aktionsgruppe durch den Verein Bürgerenergiewende Schaumburg, vertreten von Manfred Krause und Hans-Jörg Kohlenberg. Der 2014 gegründete Verein verfügt inzwischen über mehr als 120 Mitglieder und hat sich als eins der Ziele den Ersatz von Erdöl und Erdgas als Energieträger durch regenerative Energiequellen wie Solar und Windkraft bis 2050 auf die Agenda geschrieben. Dafür veranstaltet man Info-Events zu Energie- und Umweltthemen mit Wissenschaftlern, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Politikern zu konkreten Maßnahmen mit dem Ziel der Senkung des Energieverbrauchs und der Kostenersparnis. Man wolle zeigen, so die beiden Vorstandsmitglieder, dass man mit Spaß und Freude klimafreundlich leben könne und sei froh darüber, dass eine entsprechende Initiative in Rinteln entstanden sei. Daher lädt der Verein am 17. März um 18 Uhr zum Forum Bürgerenergiewende Schaumburg 2020 in die Wandelhalle Bad Nenndorf ein (Anmeldung unter info@buergerenergiewende-schaumburg.de). Das Thema der Veranstaltung lautet „Zukunftsfähige Mobilität in Schaumburg“, der Eintritt ist frei.

Über die Mobilität haben sich auch Unterstützer der „Omas und Opas for Future“-Bewegung Gedanken gemacht, so Claus Uhde. Dabei sei der Vorschlag diskutiert worden, man könne doch – anders als ein Gesetz zur Geschwindigkeitsbeschränkung zu fordern – freiwillig auf Tempo 120 auf der Autobahn setzen. Prompt gab es selbstgefertigte Anstecker und Aufkleber mit entsprechendem Slogan gegen einen Kostenbeitrag von 50 Cent vor Ort zu erwerben.

In einem nächsten Schritt laden die Organisatoren am 10. Februar 11.Februar um 19:00 Uhr zu einem Workshop in den Gemeindesaal der Jacobi-Kirchengemeinde am Kollegienplatz ein. An diesem Abend sollen Strategien zur Umsetzung der genannten Vorschläge erarbeitet werden. Ferner sollen die Teilnehmer diskutieren, wie jeder Einzelne etwas zum Klimaschutz beitragen kann, welche Themen sich durch die Stadt und den Landkreis voranbringen lassen und wie die Öffentlichkeit darüber informiert werden soll.

Der nächste Aktionstag ist fürs Frühjahr geplant, Korrekturen an der Anfangszeit wurden bereits „auf kurzem Dienstweg“ vor Ort besprochen. Damit künftig mehr Schüler teilnehmen können, sollen die nächsten Versammlungen erst um 13:30 Uhr beginnen. Weitere Vorschläge nimmt die Gruppe per E-Mail an info@klimaschutz-rinteln.de entgegen.

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