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Kadosch und die Zahl Zwanzig

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„Zwanzig Mal mindestens habe ich es Dir schon gesagt!“ schimpfte Mutter auf mich, wenn ich wieder einmal nicht auf Knopfdruck funktionierte, denn das gehörte sich in meiner Jugendzeit einfach, doch ich war einer, der eben erst ein wenig dachte, bevor er etwas tat.

Zwanzig Mal „Komm Luna!“ kommen auch zusammen, wenn meine kleine Hundedame einmal wieder etwas zu schnüffeln hat und Herrchen keine blasse Ahnung von diesem Genuß hat. Das ist mittlerweile schon nicht mehr das bekannte Hundezeitunglesen, das ist bereits Hunde-Facebook-intensiv. Was soll’s, sie ist ja meine bewusst gewählte Lebensgefährtin und hat ihre Rechte, da muß der Mensch schon `mal zurückstehen.

Auf unserem mittäglichen Rundgang sind es mindestens 25 Autos, die in der 20-km/h-Zone 40 km/h und mehr fahren, darunter 20 Frauen. Diese Frauen aber holen ihre Kinder von der Schule ab, derentwegen hier eigentlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung errichtet wurde. Ist das nicht paradox? Müssen denn überhaupt die lieben Kinderchen mit dem Auto abgeholt werden? Für die Nordstadt steht ein Bus vor der Tür, in der Kernstadt ist doch alles bequem zu Fuß zu erreichen, sowohl für die Muttis als auch für die Kiddys.

Zwanzig Minuten benötigt man nach Bückeburg oder nach Hameln, wenn man gut durchkommt und täglich werden zwanzig schöne Fahrerfotos von den feststehenden Kameras gemacht. Mit zwanzig Euro kommt man aber nicht so leicht davon.

Zwanzig Bücher habe ich gestern beim Marktkauf in die Bibliothek gestellt, das macht wieder Platz für zwanzig andere Bücher in meinen Bücherschränken, die noch immer auf dem Fußboden darauf warten, einsortiert zu werden.

Zwanzig ist die vierte Tetraederzahl. Das Ikosaeder besteht aus 20 Flächen, während das zum Ikosaeder duale Pentagondodekaeder 20 Ecken hat. – Wow, versteht Ihr das? So steht es in Wikipedia.

Zwanzigstes Jahrhundert – was war das für ein Ereignis! Euro 2000; Elektrogeräte hatten zuhauf die Bezeichnung zwanzig in ihren Typbezeichnungen. Zwanzig Jahrhunderte unserer Zeitrechnung, und was für einen Fortschritt hat es uns gebracht, aber auch Kriege. Das wir schon 15 Jahre im einundzwanzigsten Jahrhundert leben, haben wir fast gar nicht auf dem Schirm, wie das modern heißt.

Vor zwanzig Jahren, ich erinnere mich gut, traf ich meine langjährige Lebensgefährtin Monika – es reichte dann doch nur für 8 Jahre. Heute in Rinteln geht es mir zwanzigmal besser.

Ach, hatten wir je ein 20 Pfennig Stück? Aber jetzt ein 20 Cent Stück. Wir haben uns sehr schnell daran gewöhnt, denke ich.
Warum zwanzig nun aber „Dudek“ in der früher einmal so vehement als neue, verbindende Weltsprache Esperanto bedeutet, kann ich wortstammmäßig nicht nachempfinden.

Um das Jahr 20 herum hörte die Welt erstmalig von Agrippina, der Frau des Kaisers Tiberius. Bis heute hat sich dieser Name in unserem Namensschatz erhalten. Namensnachfolgerinnen sind Planeten, eine Versicherung u.v.a.m.

Und wer von uns Älteren hat nicht noch die Schlager der guten alten Zeit der Zwanziger Jahre im Ohr? Der Herr Rabe sang und singt sie noch immer.

Ja, ein Familienname ist es auch. Einen Postchef hatten wir. Leider hat er sich wohl mehr als zwanzig Mal beim Gaunern erwischen lassen.

Es grüßt Euch zwanzig Mal
Euer Kadosch

(uk)


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