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„Oh, eine Dummel!“ Neue Wanderausstellung im Gymnasium Ernestinum eröffnet

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Am Mittwoch wurde im Gymnasium Ernestinum die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel!“ offiziell eröffnet. Namensgeber der Ausstellung mit rund 60 Karikaturen, die sich in gezielt überspitzter und satirischer Form mit den Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit beschäftigt, ist eine Karikatur des Künstlers Ralph Ruthe, bei der eine Hummel mit Baseballschläger und Hetzparole durchs Bild fliegt.

Neben Ruthes bissigen Beiträgen haben auch andere namhafte Künstler wie Klaus Stuttmann und Kostas Koufogioros besonders jugendgerechte Cartoons zu simplen rechtspopulistischen Argumentationsweisen verfasst. Da ist beispielsweise die Zeichnung des „rechten Aussteigers“ auf der Psychiatercouch, der vom ständigen „Hassen, Hassen, Hassen“ an Burnout erkrankt ist, oder beispielhaft der Interviewpartner der sich zu seiner Laktoseintoleranz bekennt, weil ihm die Laktosen seinen Job wegnehmen würden. Weitere Karikaturen zeigen den ethnologischen Konflikt von Schwarz- und Weißbrot beim Frühstück oder die Ausgrenzung der heiligen drei Könige. Auf Bildschirmen laufen satirische Beiträge aus Fernsehsendungen, dazwischen werden – wie bei einer Modeschau – Kleidungsstücke des Satire-Labels „Storch Heinar“ ausgestellt.

Im Anschluss der Eröffnungsrede von Schulleiter André Sawade sprach der Politologe und Wahl-Berliner Marc Schwietring über die momentan wieder zunehmende Verbreitung von rechtsextremen Ansichten und Meinungen im Alltag unter dem populistischen Deckmantel der freien Meinungsäußerung und die damit einhergehenden Gefahren inklusive Verrohung der Diskussionskultur. Sein Fazit: „Die Demokratie steht unter Beschuss“ durch die „neuen Rechten“ – dazu zählt Schwietring Reichsbürger, Pegida und die AfD. Im Anschluss gab es noch eine Frage- und Antwortrunde zwischen Schülern und dem Politologen.

Die Wanderausstellung kann kostenfrei besucht werden, sie ist noch bis zum 18. Mai geöffnet und eignet sich für Klassen ab dem Jahrgang 9, Jugendgruppen und Erwachsene. Schulfremde Besucher werden um vorherige Anmeldung im Sekretariat gebeten. Unter anderem der Bürgerstiftung Schaumburg und der Schaumburger Landschaft ist es übrigens zu verdanken, dass die Ausstellung nach Schaumburg gekommen ist.

 

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