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Zur Rettung des Standortes: Ortsrat fordert neuen Schulträger für Grundschule Steinbergen

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In der jüngsten Steinberger Ortsratssitzung kamen die Ergebnisse der Elternbefragung zum Thema Beschulung in Steinbergen auf den Tisch. Von verschickten 52 Fragebögen kamen 38 zurück. Auf die Frage nach der Einschulung zum Schuljahr 2017/18 gab es demnach 8 „Ja“-Meldungen und 3 mal „Nein“. Von den derzeit in Deckbergen beschulten Steinberger Kindern möchten 16 Familien ihre Kinder nach Steinbergen zurückholen, 11 sagen „nein“. 16 wünschen ein Betreuungsangebot, 21 nicht.

Die Gruppe aus CDU, Grünen und WGS überraschte daraufhin mit einem Antrag auf Änderung der Trägerschaft für die Grundschule Steinbergen. Schulträger und damit verantwortlich fürs Gebäude ist bislang die Stadt Rinteln. Diese wird laut Antrag aufgefordert, Gespräche mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde und der Landeskirche Schaumburg-Lippe aufzunehmen um die Grundschule Steinbergen beispielsweise in eine kirchliche Trägerschaft zu überführen. Als Begründung führt die Gruppe an, die Rektorin der Deckberger Grundschule beabsichtige, die Außenstelle Steinbergen zu schließen, trotz mehrheitlicher Befürwortung des Schulstandortes durch Steinberger Eltern. „Über Jahre hinaus erscheint das Verhältnis zwischen der Schulleitung und den Eltern der Steinberger Schulkinder stark belastet“, so führt die Gruppe unter Sprecher Udo Schobeß an, „um zukünftig eine Befriedung wieder herzustellen, erscheint kurzfristig eine Zuordnung der Außenstelle Steinbergen zur Grundschule Rinteln Süd oder Nord und mittelfristig eine Änderung der Trägerschaft sinnvoll.“

Von links: Ortsbürgermeister Heiner Bartling, Leiter des Amtes für Schulen, Stadtmarketing und Tourismus (Heinz-Georg Dlugosch), Leiterin der Grundschule Deckbergen Claudia Buschke.

Ein Vorschlag, der bei Ortsbürgermeister Heiner Bartling auf mehr als nur Skepsis stieß: „Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass wir als Ortsrat keine Möglichkeit haben, auf die innere Organisation der Schule Einfluss zu nehmen. Da kann der Ortsrat auch im Himmel singen!“ Er zweifelte darüber hinaus an der Realisierbarkeit, die Steinberger Grundschule einfach einer anderen Rintelner Grundschule zuzuschreiben. Heinz-Georg Dlugosch, Leiter des Amtes für Schulen, Stadtmarketing und Tourismus, mahnte an, die Stadt als Schulträger sei lediglich für die „Hardware“, also das Gebäude zuständig und die Änderung der Trägerschaft in eine Private sei ein langwieriger Prozess. Auch von Seiten der SPD sollte ein Antrag ergehen, der sich für den Erhalt des Grundschulstandortes einsetzte. Allerdings ohne die Änderung der Trägerschaft, dieser Tiefgang sollte erst im Nachhinein zur Debatte stehen.

Der Stadt Rinteln liegt jetzt laut Beschlussvorlage ein Schreiben der Niedersächsischen Landesschulbehörde vor, in dem die Außenstelle einer Schule als „Interimslösung“ (also vorübergehende Lösung) bezeichnet wird. Der Schulträger habe demnach kontinuierlich zu prüfen, ob das Bedürfnis für eine Außenstelle gegeben ist und diese gegebenenfalls aufzulösen.

Nach einiger Diskussion unter den Ortsratsmitgliedern wurde der Antrag der CDU/Grünen/WGS-Gruppe unverändert zur Abstimmung gebracht und mit einer Gegenstimme sowie der Enthaltung von Ortsbürgermeister Bartling verabschiedet. Über den SPD-Antrag musste somit nicht mehr abgestimmt werden. Als nächstes wird sich der Rat der Stadt Rinteln in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema beschäftigen.

Ortsratsmitglied Sascha Gomolzig. (Foto: privat)

Ortsratsmitglied Sascha Gomolzig (CDU) erklärte in einem nachfolgenden Telefongespräch, die Idee zum Antrag ins Rollen gebracht zu haben. Er betonte auch, die Ortsratsmitglieder der SPD zu einem gemeinsamen Gespräch über die Ausarbeitung eingeladen zu haben, diese hätten jedoch leider nicht am Treffen teilgenommen. Als nächstes würden, so Gomolzig, Gespräche mit den Schulleitern der Rintelner Grundschulen Nord und Süd gesucht, um die Bereitschaft zur kommissarischen Leitungsübernahme des Grundschulstandortes Steinbergen abzufragen. So möchte man das Thema optimal für den Stadtrat vorbereiten. Und während auf der einen Seite alles unternommen wird, die Grundschule Steinbergen zu erhalten (dafür hatten sich sowohl Ortsrat als auch Stadtrat per Beschluss eingesetzt), werden in Deckbergen Investitionen getätigt. Rund 370.000 Euro sind im Haushalt 2017 für die Verbesserung der räumlichen Situation und den Schulhof eingestellt. Auch der Ortsbezug soll geändert werden. Seitens der Schulleitung wurde bei der Stadt ein Antrag auf Namensänderung gestellt. Statt „Grundschule Deckbergen“ soll es künftig heißen: „Grundschule unter der Schaumburg“.

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