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Bewusster Autofahren: Die Grünen fordern Car-Sharing auch in Rinteln

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Car-Sharing, also die Nutzung von Autos durch mehrere Besitzer, ist in vielen Städten schon längst an der Tagesordnung. Mit einem Antrag fordern die Grünen im Stadtrat Rinteln die Einführung eines Car-Sharing-Systems jetzt auch in Rinteln.

„Rinteln wird durch ein Car-Sharing-Angebot attraktiver, die Stadt kann günstiger wirtschaften und wir leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, begründet Christoph Ochs von den Grünen den Antrag.

Hintergrund des Antrages ist, dass im Durchschnitt in Deutschland für ein Car-Sharing-Auto fünf Privatautos abgeschafft und weitere fünf Autos nicht neu angeschafft werden. Zudem wird das Auto deutlich bewusster eingesetzt und dadurch die Schadstoffbelastung deutlich reduziert, der Flächenbedarf für das Auto verringert und gleichzeitig der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gestärkt.

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Mit Autos aus dem Fuhrpark der Stadt abends und am Wochenende zum Einkaufen? Die Grünen fordern den Einsatz von Car-Sharing auch in Rinteln.

Im Durchschnitt nur 1 Stunde Autonutzung am Tag

„Der Verkehrssektor gehört weiterhin zu den Bereichen, die durch Energieverbrauch und Lärm- und Schadstoffemissionen die Klimabilanz stark belasten. Neben dem Ausbau und der Optimierung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV) sowie der Verbesserung des Fuß- und Radwegenetzes ist Car-Sharing ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Kommune. Gerade in vom ÖPNV nicht gut erschlossenen Gebieten bietet Car-Sharing eine sinnvolle Alternative zum (Zweit)Auto, zumal ein Auto im Schnitt nur eine Stunde täglich benutzt wird, also für 23 Stunden ein „Stehzeug“ ist.“, heisst es im der Begründung.

„Die unbestritten notwendige und beschlossene Energiewende wird ohne Verkehrswende nicht funktionieren, da der Verkehr bis zu 40 % der CO2-Emissionen verursacht und die Emissionen in diesem Sektor zudem ansteigend sind“ erklärt Ochs und führt weiter aus, dass Car-Sharing viel in Bewegung setzen und einen Beitrag leisten kann, die gesetzten Ziele der Energiewende zu erreichen.

„Stadt soll sich an Car-Sharing beteiligen“

Das klassische Car-Sharing funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Für einen monatlichen Mitgliedsbeitrag teilt man sich mit vielen Menschen mehrere Autos, die von einer Zentrale verwaltet werden. Unterschiedliche Autotypen stehen an verschiedenen Standorten bereit und können nach Bedarf und Einsatzzweck per Telefon oder Internet gebucht werden. Zugang zum gebuchten Fahrzeug bekommt man jederzeit über spezielle Schlüsseltresore am Parkplatz oder elektronische Kartensysteme. Für die Nutzung zahlt man dann noch eine geringe Kilometerpauschale. In der Regel erhält man hierüber einmal im Monat eine Rechnung. Die Nutzer haben mit Reinigung, Wartung, Instandsetzung, Versicherung der Autos und anderen lästigen Dingen nichts mehr zu tun.

Die Grünen sind sich sicher, dass Car-Sharing auch in einer kleineren Stadt wie Rinteln funktionieren kann. „Es ist nur wichtig, dass die Stadt oder städtische Unternehmen sich daran beteiligen“ zitiert Ochs Erfahrungen aus anderen kleineren Städten und verweist darauf, dass die Dienstfahrzeuge der Unternehmen nur wenige Stunden und in der Regel nur von Montag bis Freitag genutzt werden und danach ungenutzt auf dem Hof stehen. „Das sind dann aber vor allem die Zeiten, wo man privat für einen größeren Einkauf oder einen Wochenendausflug ein Auto braucht“ berichtet Ochs und hofft, dass viele Rintelner Bürger sich an einem Car-Sharing System beteiligen und dafür z.B. auf einen Zweitwagen verzichten. In dem Antrag möchten die Grünen desweiteren die Stadtwerke Rinteln, Teile des Fuhrparks der Stadtverwaltung und der städtischen Unternehmen sowie weitere Partner mit einbeziehen. Es sollen Fördermöglichkeiten, insbesondere bei Verbindung mit Elektromobilität, geprüft werden.

Weitere Argumente für die Beteiligung ist die steigende Flexibilität, da man verschiedene Autos zur Auswahl hat, die hohe regionale Flexibilität, da in der Regel Autos anderer Car-Sharing Systeme in anderen Städten mit genutzt werden können und der Wegfall für Aufwendungen für Reifenwechsel, Inspektionen, Reparaturen, Steuer und Versicherung.

„Mehrere hundert Euro pro Monat sparen“

Berechnungen des ADAC belegen, so die Grünen, dass die Kosten für einen Kleinwagen sich im Jahr auf 3.850 Euro summieren, also 321 Euro jeden Monat. Mittelklassewagen können mit 10.940 Euro im Jahr zu Buche schlagen (912 Euro im Monat). Die Experten sind sich daher einig, dass bei Personen, die weniger als 10.000 km im Jahr fahren, mit Car-Sharing jeden Monat mehrere hundert Euro gespart werden können.

Dass die Rechnung auch für die Stadt aufgeht, liegt für Ochs auf der Hand: „Die Bürger und die Stadt teilen sich ja die Kosten, die für die Stadt sonst allein anfallen würden“. (pr)

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