(Rinteln) Der Leiter des Polizeikommisariates Rinteln, Jörg Stuchlik, wurde jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Geladene Gäste aus Reihen regionaler Polizeidienststellen, Weggefährten sowie Vertreter aus Politik und Verwaltungen nahmen an der Zeremonie im Feuerwehrhaus am Seetor teil.

Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn, Präsidentin der Polizeidirektion Göttingen, ließ Stuchliks 44-jährige Laufbahn Revue passieren, die 1979 im Alter von 19 Jahren beim Bundesgrenzschutz begann. Nach Fortbildung beim Abendgymnasium wechselte er 1991 zum mobilen Einsatzkommando (MEK) des Bundeskriminalamtes, wohin er nach einem kurzen Abstecher zum Landeskriminalamt (LKA) wieder zurückkehrte und 16 Jahre blieb. Es folgte eine Abordnung zur Polizei Nienburg/Schaumburg, der Stuchlik bis zuletzt treu blieb. 2010 kam er als Leiter des Kriminalermittlungsdienstes (KED) nach Rinteln, wechselte 2017 nach Stadthagen und löste 2019 den damaligen Rintelner Polizeichef Wilfried Korte ab.

Tanja Wulff-Bruhn beschrieb Stuchlik als fair und gerecht, mit Zeit für seine Mitarbeiter und als jemanden, der an Wochenenden auch selbst mal einen Streifenwagen besetzte um andere zu entlasten. Stuchlik habe einen „bewegten Werdegang“ hinter sich, verbreite „gute Laune und unerschütterlichen Optimismus“, stets auf der Suche nach einer Lösung. Sein Hobby für extravagante, selbst gestaltete Filmplakate und humorvolle Gedichte ist in Polizeikreisen legendär. So manches Kunstwerk ziert die Polizeidienststellen der Region. Der Rintelner Polizeichef sei allerdings „kein ruhiger Beifahrer“ und verfüge über einen „extrovertierten Fahrstil“, schmunzelte die Polizeipräsidentin und sorgte bei den Anwesenden für Erheiterung.

Stefan Schara, frischgebackener Leiter der PI Nienburg/Schaumburg, bedauerte die kurze Zeit der Zusammenarbeit mit Jörg Stuchlik und lobte dessen ehrliche und offene Art mit dem Engagement für Aktionen in Sachen Prävention und Kooperation. Dadurch sei ein positives Bild der Polizei in der Öffentlichkeit entstanden.

Landrat Jörg Farr bedankte sich in seiner Rede bei Jörg Stuchlik für die Bürgernähe und gute Zusammenarbeit mit Behörden, dem Schaumburger Netzwerk und erinnerte an zahlreiche, zusammen durchgeführte Aktionen wie zum Beispiel den Blaulichttag am Weseranger.
„Hausherrin“ und Bürgermeisterin Andrea Lange ging in ihren Worten auf den „Vollblut-Polizisten“ ein. Stuchlik zeichne sich durch ruhige, überlegte Handlungen aus, sein Professionalität gegenüber Menschen und seine stete Erreichbarkeit. „Mit Haut und Haar Polizist“ sei der scheidende Polizeichef bei der Arbeit gewesen und immer für das Sicherheitsgefühl von 27.301 Rintelnern verantwortlich.

In seiner Abschiedsrede erinnerte sich Jörg Stuchlik an besondere Momente seiner 44-jährigen Dienstzeit, die harte und fordernde Ausbildung beim Bundesgrenzschutz und das Zusammenwachsen des Teams unter den anstrengenden, körperlichen Anforderungen des Trainings. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge werde er die „beste Dienststelle der Welt“ nun verlassen und sich seinem Ruhestand widmen, den er bereits im Juni hätte antreten können. Als Verstärkung blieb er der Rintelner Polizei noch weitere drei Monate treu, arbeitete bis zum letzten Tag. Die „Truppe“ werde er in gute Hände übergeben, sagte Stuchlik und gab bekannt, dass Melanie Meinke künftig das Polizeikommissariat Rinteln leiten wird. (vu)
