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Sasse kontert Neuhäusers Antrag: „Politik auf dem Rücken der Kinder“

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(Rinteln) Der Antrag von WGS-Ratsmitglied Dr. Gert Armin Neuhäuser, den Brandschutz in öffentlichen und privaten Gebäuden zu prüfen (wir berichteten), stößt bei seinem Parteikollegen und stellvertretenden WGS-Fraktionsvorsitzenden Heinrich Sasse mehr als sauer auf.

Über den Brandschutz in städtischen Gebäuden diskutiere der Rat zu recht, weil diese Eigentum der Stadt seien, so Sasse: „Darum ist der Stadtrat auch dafür zuständig. Jetzt beantragt Dr. Neuhäuser aber, dass der Stadtrat öffentlich sogar die Zuständigkeit des Brandschutzes auch bei privaten Firmen an sich reißt und will sich darüber auch gleich noch im Stadtrat berichten lassen.“

Sasse stellt die Frage in den Raum: „Müssen Rintelner Firmen jetzt Ratsmitglieder als „private Baupolizei“ fürchten?“

Weiter erklärt das langjährige Ratsmitglied Sasse: „Neuhäuser zerrt zwei alteingesessene seriöse „Ankerunternehmen“ unserer Stadt, die weit über Rintelns Grenzen hinaus bekannt sind und auch für den guten Ruf unserer Stadt stehen, nämlich u.a. die Privatfirmen Jugendhof Hirschkuppe in Steinbergen und die Burghofklinik in Rinteln in aller Öffentlichkeit „vor seine Flinte des Brandschutzes“. Er beantragt für die nächste öffentliche Sitzung des Stadtrates, dass die Stadt Rinteln „unverzüglich“ in diesen Firmengebäuden den Brandschutz überprüft und dem Stadtrat darüber berichtet.“

Heinrich Sasse (mittig) und Dr. Gert Armin Neuhäuser (re.). (Archivfoto aus einer Ratssitzung)

„Was soll das?“, echauffiert sich Sasse,  „ist es eine „Neue Wendung in der Brückentor-Diskussion? Es ist wohl eher eine neue Runde in einem inzwischen mehr als unsinnig geführten Schlagabtausch. Wird mangels nachvollziehbarer Argumente der von Dr. Neuhäuser öffentlich schon angekündigte Kampf gegen einen Stadthallen-Neubau, dafür „jede Möglichkeit“ zu nutzen, einfach verlagert und jetzt sogar auf dem Rücken der Kinder des Kinderheims Jugendhof Hirschkuppe ausgetragen? Dr. Neuhäuser hat den Antrag gestellt, in diesem Kinderheim den Brandschutz unter die Lupe zu nehmen, allein um zu überprüfen, ob dort auch der entsprechende Brandschutz eingebaut wurde, wie er für den Brückentorsaal gilt! Vom Brückentor zum Kinderheim! Man könnte den Eindruck gewinnen, es geht Dr. Neuhäuser dabei wenig darum, die Kinder der Jugendeinrichtung Hirschkuppe zu schützen, sondern eher darum, seine eigenen privaten und politischen Interessen im völligen Alleingang auf diesem Wege als von ihm entdeckte neue „Möglichkeit“ einer persönlichen Neubauverhinderung durchzufechten.“

Sasse weiter dazu: „Mir fällt dazu ein; das geliebte Eigenheim der Neuhäusers, das ganz nahe am Kollegienplatz steht. Eine neue Stadthalle als Kulturzentrum in unmittelbarer Nähe passt hier wohl eher nicht zu den privaten Vorstellungen des Ratsherrn. Ich habe den Eindruck, es geht ihm wenig darum, sich in Rinteln um Kultur zu bemühen. Noch leichter fällt es, Neuhäusers Positionierung zu verstehen, betrachtet man seine privaten Ambitionen, die wörtlich in der Schaumburger Zeitung am 16.11.2018 in Bezug auf den Bau einer neuen Stadthalle verkündet hat mit: „Ich werde in den kommenden Jahren jede Möglichkeit nutzen, diesen Wahnsinn zu verhindern“; so Neuhäuser damals. Das macht er wahr; wie schon angekündigt: „Jede Möglichkeit nutzen.“ Diesmal Politik sogar auf dem Rücken Rintelner Kinder.“

„Nach meiner Meinung“, führt Sasse weiter aus,  „beschädigt der Stadtrat Dr. Neuhäuser Rintelner Firmen heute schon allein dadurch, dass er sie mit seinem Antrag in aller Öffentlichkeit rücksichtslos in den schäbigen Verdacht bringt, der Brandschutz bei ihnen könne nicht in Ordnung sein. Selbst das Risiko einer öffentlichen Rufschädigung des Jugendheim Hirschkuppe kann den Antragsteller nicht mehr aufhalten. An so etwas wird sich mit Ausnahme von Dr. Neuhäuser die Rintelner WGS – Ratsfraktion und – hoffentlich – auch der übrige Rintelner Stadtrat nicht beteiligen.“ (pr)

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